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	<title>Ankerherz</title>
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	<description>Was wir anpacken, hat ein Ankerherz. Unsere Bücher erzählen von den Helden des Alltags, Kapitänen im Sturm und Fischern auf der Beringsee.</description>
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		<title>FORTGEWEHT &#8211; Ein Leben unter Segeln. Folge 5</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Jun 2013 16:33:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ankerherz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[DER MITTERNACHTSSONNE ENTGEGEN  Die Segel sind gehisst die LA BELLE EPOQUE zieht der Mitternachtssonne entgegen. Ich sitze im Steuerhaus und versuche, etwas Wärme in meine kalten Finger zu rubbeln. Denn wenn ich auch der eisige Wind nicht nach mir greifen kann, die kalten null Grad Außentemperaturen beissen auch hier drinnen. Die Heizung haben wir schon...]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2>DER MITTERNACHTSSONNE ENTGEGEN <a href="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/01/claudia.jpg" data-pp="lightbox[3279]" class="lightbox autolink"><img class="alignright  wp-image-2047 imgborder" alt="Claudia Kirchberger" src="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/01/claudia.jpg" width="269" height="221" /></a></h2>
<p>Die Segel sind gehisst die LA BELLE EPOQUE zieht der Mitternachtssonne entgegen. Ich sitze im Steuerhaus und versuche, etwas Wärme in meine kalten Finger zu rubbeln. Denn wenn ich auch der eisige Wind nicht nach mir greifen kann, die kalten null Grad Außentemperaturen beissen auch hier drinnen. Die Heizung haben wir schon seit Tagen abgestellt, ein bisschen Abhärtung kann uns nicht schaden.</p>
<p>Vor Stunden haben wir den Nördlichen Polarkreis überquert, haben die imaginäre Linie überschritten, die uns wieder in den Arktischen Ozean brachte. Eine Linie, die unsere „offizielle“ Startlinie durch die Nordwest Passage ist. Eine Passage, die vom Nördlichen Polarkreis am Atlantik zu dem Nördlichen Polarkreis in den Pazifik führt. Ein geschichtsträchtiger Weg in den Pazifik, der so berüchtigt ist, dass es nur wenige Segelyachten bisher gewagt haben, in diese eisigen Gewässer vorzudringen. Überhaupt so wenige Schiffe, dass sogar das Scott Polar Research Institut bis heute eine Liste derer führt, die es geschafft haben, auch wieder aus dem Eis zu kommen. Ein zweifelhaftes Vergnügen, einen Platz auf dieser Liste zu verdienen.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/06/Angeln-vor-Eis.jpg" data-pp="lightbox[3279]" class="lightbox autolink"><img class="aligncenter  wp-image-3280 imgborder" alt="OLYMPUS DIGITAL CAMERA" src="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/06/Angeln-vor-Eis.jpg" width="576" height="432" /></a></p>
<p>Schon hier an der Küste Grönlands muss ich höllisch aufpassen. Aufpassen, dass ich kein Eis vorm Bug übersehe und LA BELLE EPOQUE mit voller Fahrt auf solch eisiges Treibgut dampft. Doch heute habe ich Glück: die See ist ruhig und das Licht der Mitternachtssonne hilft mir, selbst kleinere Stücke bald genug zu sichten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Wettlauf gegen die Zeit der Stürme</h3>
<p>Doch Eis und Kälte ist nicht das einzige Problem, dass wir auf unseren Weg durch die Arktis haben werden. Vor uns liegt ein Wettlauf gegen die Zeit. Wir müssen es schaffen, noch vor den verheerenden Winterstürmen der Bering See Alaska zu passieren. Und es sieht jetzt schon nicht gut für uns aus! Wie jedes Jahr um diese Zeit hat der Kanadische Seewetterdienst endlich seine Eisprognosen für 2013 veröffentlicht: Eisprognosen, die von einem schwerem Eisjahr in der Arktis sprechen. Wir haben dort oben so viel Eis wie schon lange nicht mehr. Genauer gesagt: die Arktis ist von einem Eispanzer verschlossen, wie seit 1990 nicht mehr. Die Sonne wird diesen Eispanzer wohl erst spät im Sommer aufbrechen können. So spät, dass wir jetzt schon Angst vor der wütenden und eisigen Bering See haben dürfen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/06/Grönland-Landschaft.jpg" data-pp="lightbox[3279]" class="lightbox autolink"><img class="aligncenter  wp-image-3281 imgborder" alt="OLYMPUS DIGITAL CAMERA" src="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/06/Grönland-Landschaft.jpg" width="576" height="432" /></a></p>
<p>Aber bis dorthin ist es weit, sehr weit und alles mögliche kann noch passieren. Für jetzt bleibt uns nichts anderes zu tun, als uns weiter in den Norden hoch zu arbeiten. Alles zu seiner Zeit. Jetzt müssen wir erst einmal den Weg durch die Eisberge und Eisstücke Grönlands finden. Für jetzt liegen noch etliche einsame Ankerplätze entlang der grönländischen Küste vor uns. Wir werden die Siedlung Aasiaat anlaufen &#8211; und Upernavik, um noch einmal alle Tanks zu füllen und den Lebensmittelvorrat aufstocken. Proviant für viele Monate muss an Bord sein und soviel Heizöl, wie unsere Yacht gerade noch tragen kann. Denn das Seestück vor uns ist unberechenbar. Wir müssen auch darauf vorbereitet sein, dass wir im Eis steckenbleiben können. Keiner von uns will einen weiteren Winter in der Arktis bleiben &#8211; und schon garnicht in der Hohen Arktis Kanadas. Doch rechnen müssen wir trotzdem damit. Nicht genug Lebensmittel und Diesel an Bord zu haben wäre dann ein großer Fehler. Und die Arktis verzeiht keine Fehler.</p>
<p>Für heute liegen nur noch knapp 15 Seemeilen vor uns. Wenn der Wind nicht nachlässt, wird in fast drei Stunden unser Anker ausrauschen und ich freue mich jetzt schon, unter die dicke Decke zu kriechen und die Kälte Grönlands für ein paar Stunden zu vergessen!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong>Seit 1995 reisen die Österreicher Claudia und Jürgen Kirchberger mit einem Segelboot um die Welt. Momentan ist das Paar mit seiner Langstrecken-Yacht „La Belle Epoque“ vor Grönland unterwegs. Auch diesen Text sendet sie mit ihrer Funkanlage aus dem Eis. </strong></em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Hier geht es zu den ersten Folgen:</strong></p>
<p><strong>Hier geht es zu ihrer ersten Kolumne: </strong></p>
<p>Folge 1: <a href="http://www.ankerherz.de/blog/fortgeweht-ein-leben-unter-segeln-folge-1/" target="_blank">Winter in Grönland</a></p>
<p>Folge 2: <a href="http://www.ankerherz.de/blog/fortgeweht-ein-leben-unter-segeln-folge-2/">Eisiger Morgen und ein Todesfall </a></p>
<div>Folge 3: <a href="http://www.ankerherz.de/blog/fortgeweht-ein-leben-unter-segeln-folge-3/">Eingeschlossen im Eis</a></div>
<p>Folge 4: <a href="http://www.ankerherz.de/blog/fortgeweht-ein-leben-unter-segeln-folge-4/">Grönlands Geisterstadt</a></p>
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		<title>Ol´George wieder daheim!</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Jun 2013 14:50:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ankerherz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/06/DSC_0413.jpg" data-pp="lightbox[3271]" class="lightbox autolink"><img class="aligncenter size-full wp-image-3272 imgborder" alt="Ol' George" src="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/06/DSC_0413.jpg" width="848" height="1280" /></a></p>
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		<title>Tüte &#8211; unser Mann auf Baltrum. Folge 13</title>
		<link>http://www.ankerherz.de/blog/tute-unser-mann-auf-baltrum-folge-13/</link>
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		<pubDate>Tue, 11 Jun 2013 10:20:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ankerherz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>

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		<description><![CDATA[DIE TUIT-TÜ-REGIERUNG  Unser neuer Bürgermeister ist seit einigen Wochen im Amt und ich finde, er macht einen guten Job. Natürlich sehen das nicht alle auf unserer Insel so. Schon nach ein paar Tagen kam Gemecker über den „Zugezogenen“ auf, aber das ist normal in einem Dorf mitten im Meer, daran muss sich Berthold Tuitjer gewöhnen....]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2><b>DIE TUIT-TÜ-REGIERUNG <a href="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2012/05/560706_431293233561611_123999364291001_1413908_1276244316_n-e1340800758247.jpg" data-pp="lightbox[3252]" class="lightbox autolink"><img class="alignright size-medium wp-image-950 imgborder" alt="Tuete" src="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2012/05/560706_431293233561611_123999364291001_1413908_1276244316_n-604x402.jpg" width="300" height="199" /></a></b></h2>
<p>Unser neuer Bürgermeister ist seit einigen Wochen im Amt und ich finde, er macht einen guten Job. Natürlich sehen das nicht alle auf unserer Insel so. Schon nach ein paar Tagen kam Gemecker über den „Zugezogenen“ auf, aber das ist normal in einem Dorf mitten im Meer, daran muss sich Berthold Tuitjer gewöhnen. Seine Wahl hat unser kleines Baltrum eine Zeitlang heftiger geschüttelt als mancher Herbststurm. Es ging um viel bei dieser Abstimmung, manche sagen: um nicht weniger als die Zukunft der Insel.</p>
<p>Ein Bürgermeister sollte heutzutage nicht nur auf der Goldenen Hochzeit, dem runden Geburtstag oder dem Jubiläumsabend des Shanty-Chores gut aussehen, sondern muss vor allem etwas von Verwaltungsarbeit verstehen. Behördenführung, Personalmanagement (immerhin hat auch Baltrum in der Hochsaison 50 Mitarbeiter), europäische und nationale Fördertöpfe – es ist ein Beruf, der gelernt sein will. Man möchte als Passagier doch auch, dass ein Kapitän das Schiff fährt, und nicht irgendein Schlauchboot-Ole. Deshalb unterstützte der Rat Tuitjer und nicht den Kandidaten Udo, optisch ein Vorzeige-Insulaner mit weißem Bart. Udo singt im, ja: Shanty-Chor, ist auf Baltrum geboren und präsentierte sich im Wahlkampf als „Stimme des Volkes“. Nun, er versuchte es zumindest.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Showdown im Strandsaal</h3>
<p>Im Saal des Strandhotels Wietjes kam es auf einer Fragestunde für Bürger zu einer Art Showdown. Einige Fragen drehten sich um unser Schwimmbad, das renovierungsbedürftig ist. „Wenn ich Bürgermeister bin, wird das Bad niemals geschlossen“, rief Udo ins Auditorium, und natürlich brandete Jubel auf. Tuitjer, der Diplom-Verwaltungswirt aus Emden, präsentierte weniger Leidenschaft, dafür aber Fakten.</p>
<p>Er habe beim Landkreis angerufen und sich nach der finanziellen Lage der Inselgemeinde erkundigt, beschied er knapp. „Ich will nicht zu viel verraten, aber ich sage: Wer behauptet, das Bad bleibt auf jeden Fall erhalten – der lügt.“ Für diese Sachlichkeit gab es langgezogenen, ehrlichen Beifall. Vielleicht war das der entscheidende Moment.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/06/baltrum_luft.jpg" data-pp="lightbox[3252]" class="lightbox autolink"><img class="aligncenter  wp-image-3253 imgborder" alt="baltrum_luft" src="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/06/baltrum_luft.jpg" width="568" height="297" /></a></p>
<div id="attachment_3257" class="wp-caption aligncenter" style="width: 508px"><a href="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/06/Tuitjer.jpg" data-pp="lightbox[3252]" class="lightbox autolink"><img class="size-full wp-image-3257 imgborder" alt="Tuitjer" src="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/06/Tuitjer.jpg" width="498" height="417" /></a>
<p class="wp-caption-text">Baltrums Bürgermeister: Berthold Tuitjer.</p>
</div>
<h3><b>Geleitschutz für Pa Dalton.</b></h3>
<p>Die Emotionen kochten trotzdem hoch. Als mein Nachbar Pa Dalton einige private Fragen an den Kandidaten Udo richtete, empfand dies dessen Entourage als eine Provokation. Am Tresen gab hinterher ein Wort das andere. Ich zog mir vorsorglich schon die Jacke aus und gab Pa Dalton Geleitschutz nach Hause. Böses Gerede und Gerüchte kursierten trotzdem zwischen Westdorf und Ostdorf auf unserem Sandhaufen. Mangels vieler Alternativen hatte Berthold Tuitjer einige Male im „Skipper´s“ gegessen. Fortan kursierte die Meldung, die „Tü-Tü“-Regierung werde Baltrum übernehmen: „Tuitjer und Tüte“. Das ist so bescheuert, das ist schon beinahe wieder lustig. Vielleicht sollte ich mir den Namen schützen lassen, für ein Fernsehformat. „Tü-Tü“.</p>
<p>Spannend wurde es noch einmal, als der <a href="http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/oldenburg/baltrum159.html">NDR</a> ein Fernseh-Team auf die Insel schickte und einen erstaunlich einseitigen Beitrag sendete. Tenor: Gestandener, echter Insulaner im Clinch mit auswärtiger Büroklammer. Wir waren jedenfalls nervös, als die ersten Prognosen am Wahlabend herein kamen. Und dann sehr erleichtert: <a href="http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/oldenburg/baltrum159.html">64,4 Prozent</a>  der abgegeben Stimmen für Tuitjer! In der Nacht tranken wir einige Bierchen. Die Wahlbeteiligung lag bei sagenhaften 90 Prozent, auch ein Beleg, dass viele verstanden hatten, um was es ging.</p>
<p>Acht Jahre hat „der Neue“ nun Zeit, die Dinge zu verändern und die „Dornröschen-Insel“ Baltrum (unsere Eigen-PR) wieder wachzuküssen. Die unflexible Anbindung zum Beispiel, den lausigen Service auf der Fähre, die hohen Frachtkosten, die Probleme Schule und Schwimmbad, das Kassieren der Kurtaxe, all diese Dinge, von denen ein Urlauber im besten Fall nichts mitbekommt. Es gibt viel zu tun.</p>
<p>Packen wir es an!</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/06/strand2.jpg" data-pp="lightbox[3252]" class="lightbox autolink"><img class="aligncenter  wp-image-3254 imgborder" alt="strand2" src="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/06/strand2-924x600.jpg" width="589" height="382" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/06/skippers5.jpg" data-pp="lightbox[3252]" class="lightbox autolink"><img class="aligncenter  wp-image-3259 imgborder" alt="Skippers Inn" src="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/06/skippers5-924x647.jpg" width="596" height="418" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><i>„Tüte“ Schmiegel, Jahrgang 1965, ist gelernter Architekt, ehemaliger Surflehrer, Harley-Fahrer, Johnny-Cash-Fan und Betreiber des <a href="http://www.skippers-inn.de/">„Skippers Inn“</a> auf Baltrum.</i></strong></p>
<p><strong><i> </i><i>Tütes Geschichte lesen Sie auch im gerade erschienenen <a href="http://www.ankerherz.de/produkte/inselstolz/">Buch Inselstolz</a>.</i></strong></p>
<p><i> ACHTUNG: </i><i>Am Freitag, 14. Juni, lesen die Ankerherz-Kolumnisten <a href="http://www.ankerherz.de/blog/der-schlange-und-das-mehr-folge-13/">Schlange</a> und <a href="http://www.ankerherz.de/blog/kaeptn-charly-ein-leben-fuer-die-see-folge-6/">Käpt´n Charly</a> im Skipper´s Inn.</i></p>
<p><i> </i></p>
<p><i></i><i>(Aufgeschrieben von Stefan Kruecken)</i></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>EINE MÜNCHNERIN IN HAMBURG, Folge 4.</title>
		<link>http://www.ankerherz.de/blog/eine-munchnerin-in-hamburg-folge-4/</link>
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		<pubDate>Fri, 07 Jun 2013 08:22:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ankerherz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>

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		<description><![CDATA[DER GLAMOUR EINER FROTTEE-UNTERHOSE Der Unterschied zwischen einem Autoren und einem Schauspieler? Es gibt viele, einer davon ist, dass man als Autor meist im Trockenen sitzen kann, während man als Schauspieler schon mal im Regen steht. Derzeit vereine ich beide Berufe in meinem Leben und bin richtig erfüllt. Letzte Woche war ich nach langer Drehpause...]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2>DER GLAMOUR EINER FROTTEE-UNTERHOSE</h2>
<p><img class="alignright size-medium wp-image-2764 imgborder" alt="Anika Landsteiner, Schauspielerin, Muenchen" src="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/03/Anika_Landsteiner_239-604x402.jpg" width="300" height="199" /></p>
<p>Der Unterschied zwischen einem Autoren und einem Schauspieler? Es gibt viele, einer davon ist, dass man als Autor meist im Trockenen sitzen kann, während man als Schauspieler schon mal im Regen steht.</p>
<p>Derzeit vereine ich beide Berufe in meinem Leben und bin richtig erfüllt. Letzte Woche war ich nach langer Drehpause mal wieder Darsteller. Mir wurde von der Hochschule für Fernsehen und Film in München eine kleine, jedoch sehr facettenreiche Rolle angeboten. Ich zögerte nicht lange und nahm sie an, obwohl mir schon am Telefon die zu bewältigende Sexszene schonend beigebracht wurde.</p>
<p>So heiß es bei dieser dann letzten Mittwoch zuging, so kalt war es an den Folgetagen. Zwei Außendrehs bei Dauerregen, 7°C Durchschnittstemperatur und Sommerkleidchen. Die ganze Produktion war von einem milden Mai ausgegangen – Pustekuchen.</p>
<p>Und während ich bei den Drehs Stunde um Stunde mit Warten verbrachte, fiel mir wiedermal auf, wie unglamourös dieser Job doch ist. Welche falschen Vorstellungen die meisten Menschen vom Leben als Schauspieler haben.</p>
<p>Klar, alle meine Freunde wissen, dass ich noch nie über einen roten Teppich gelaufen bin (außer über den, der beim alljährlichen Filmfest ausgerollt wird) und dass ich mehrere künstlerische Standbeine habe, um meine Miete zu bezahlen. Und meinen Bio-Käse. Aber trotzdem schleicht sich bei Menschen, die man beispielsweise auf Partys trifft, der Gedanke ein, man würde stapelweise Autogramme schreiben (die Anfragen ignoriere ich noch), vom Gehalt eines Drehtages drei Jahre lang leben können (nein) oder den lieben langen Tag in warmen und luxuriösen Hotellobbys Interviews geben (auch nein).</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>DIE WAHRHEIT!</h3>
<p>Daraufhin kläre ich immer schonend auf, wie es für die Mehrheit wirklich ist:</p>
<p><em>- Popularität hat nicht zwangsläufig mit Talent zu tun.</em></p>
<p><em>- Ja, wir Filmschauspieler verdienen viel – wenn wir mal was verdienen. Das kommt nämlich so häppchenweise, dass man es lieber anspart.</em></p>
<p><em>- Man mag noch so weit in diesem Beruf gekommen sein – wenn eine Szene auf einen Tag disponiert wurde, an dem es eben regnet und kalt ist, der Film aber im Hochsommer spielt, dann muss auch eine Angelina Jolie, mit oder ohne Brüste, ausharren und ihre Arbeit gut machen. Allerdings darf sie wärmende Frottee-Höschen unter das Kleid anziehen, für deren Entwicklung es meiner Meinung nach einen Nobelpreis geben sollte.</em></p>
<p>Im Großen und Ganzen ist dieses Schauspiel ein Handwerk wie viele andere auch. Wir warten oft und lange, weil sich die Szenen verschieben. Wir frieren manchmal, weil es am Set keinen heizbaren Raum gibt. Wir nehmen Rollen an, für die es keine Bezahlung gibt, aber wenigstens Demomaterial, Kontakte und Herausforderungen. Das Wichtigste als mittelständiger Künstler ist es, zu sehen, dass wir alle im gleichen Boot sitzen und etwas ziellos umherschippern. Den Regiestudenten geht es nicht viel besser, als uns Jungschauspielern. Und die Journalistenschüler werden zu Full-Time-Bloggern, um überhaupt mal in die große, weite Welt zu schnuppern.</p>
<p>Die Kunst – mit all ihren wundervollen Möglichkeiten und dem stets umherwehenden Duft von Freiheit – ist eine harte Schule, eine Abteilung für sich, eine Arbeit, welche so oft falsch eingeschätzt und gedeutet wird.</p>
<p>Nach dem 12-Stunden-Dreh bin ich komplett durchgefroren zu Hause angekommen. Und war trotzdem glücklich. Weil ich anerkennenden Applaus bekommen hatte, als ich abgedreht war. Weil ich an diesem Tag viel über mich gelernt habe. Weil mich ein nettes Mädchen geschminkt hatte, obwohl sie eigentlich für das Kostüm zuständig war, aber einsprang, als die Maskenbildnerin ausfiel. Und weil ich gemerkt habe, dass ich nicht alleine bin auf diesem furchteinflößenden und unberechenbaren Meer.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Anika Landsteiner, Jahrgang 1987, arbeitet als Schauspielerin und Autorin. Eine Münchnerin mit einer Seele für die See.</em></p>
<p><strong>Hier geht es zu Ihren Kolumnen:</strong></p>
<p>Folge 3: <a href="http://www.ankerherz.de/blog/eine-munchnerin-in-hamburg-folge-3-eine-kugel-liebe-mit-sahne/">Eine Kugel Liebe mit Sahne</a></p>
<p>Folge 2: <a href="http://www.ankerherz.de/blog/eine-munchnerin-in-hamburg-folge-2/">Nachzug nach Goa</a></p>
<p>Folge 1: <a href="http://www.ankerherz.de/blog/eine-munchnerin-in-hamburg-folge-1/">Eine Münchnerin Hamburg</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>UNSER KLEINER VERLAG &#8211; Folge 9</title>
		<link>http://www.ankerherz.de/blog/unser-kleiner-verlag-folge-9/</link>
		<comments>http://www.ankerherz.de/blog/unser-kleiner-verlag-folge-9/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 03 Jun 2013 10:25:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ankerherz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>

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		<description><![CDATA[DORFLIEBE!  Heute Morgen, als ich wegen der Wildschweine an der Kasse stand, dachte ich darüber nach, ob wir vielleicht doch unter einem Standortnachteil leiden. Nach diesem „Standortnachteil“ werde ich immer mal gefragt, vor allem von Leuten, die in einer Großstadt leben. Ob es nicht ein „Standortnachteil“ sei, auf dem Dorf zu wohnen, in diesem Hollendingens,...]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2><b>DORFLIEBE! <a href="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/02/stefan.jpg" data-pp="lightbox[3215]" class="lightbox autolink"><img class=" wp-image-2496 imgborder alignright" alt="stefan" src="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/02/stefan-924x664.jpg" width="238" height="171" /></a></b></h2>
<p>Heute Morgen, als ich wegen der Wildschweine an der Kasse stand, dachte ich darüber nach, ob wir vielleicht doch unter einem Standortnachteil leiden. Nach diesem „Standortnachteil“ werde ich immer mal gefragt, vor allem von Leuten, die in einer Großstadt leben. Ob es nicht ein „Standortnachteil“ sei, auf dem Dorf zu wohnen, in diesem <a href="http://www.hollenstedt.de">Hollendingens</a>, ach ja: Hollenstedt (das Wort sprechen sie dann immer aus wie etwas, das seltsam riecht.) Heute Morgen also, als ich an der Kasse im Baumarkt wartete, um eine Rolle Maschendraht zu kaufen, ein Schachtel Nägel und einen großen Hammer, hatten sie Recht.</p>
<p>Es ist ein Standortnachteil, wenn Wildschweine im Garten unterwegs sind und ihnen der Zaun im Weg ist.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/06/Estewiesen-im-Nebel.jpg" data-pp="lightbox[3215]" class="lightbox autolink"><img class="aligncenter  wp-image-3216 imgborder" alt="Estewiesen im Nebel" src="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/06/Estewiesen-im-Nebel-924x612.jpg" width="515" height="341" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/06/Tanzsaal.jpg" data-pp="lightbox[3215]" class="lightbox autolink"><img class="aligncenter  wp-image-3217 imgborder" alt="Tanzsaal" src="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/06/Tanzsaal-924x693.jpg" width="515" height="386" /></a></p>
<p> Ansonsten empfinde ich es als Standortvorteil, in diesem Hollendingens zu wohnen. Meine Frau und ich, wir leiten nicht nur den Ankerherz Verlag, sondern haben auch vier Kinder und einen renitenten Mops-Beagle-Mischling namens Jupp. Ich will jetzt gar nicht mit all den Argumenten Pro-Landleben anfangen, die man erwartet: Natur, Dorfschule, glückliche Kinder, zufriedener Hund etc. etc. Ich glaube, dass das Leben in Phasen verläuft. Momentan heißt die Phase: Dorf. Vielleicht heißt sie eines Tages: San Francisco, aber momentan ist es so. Meine Frau Julia stammt aus Frankfurt/Main, ich selber aus Köln, wir haben uns in Hamburg kennengelernt. Wir sind Stadtkinder, zogen wegen des ersten Sohnes  dann aus der Großstadt nach Lüneburg, weil wir kein geeignetes zu Hause fanden. Die Familie wuchs und unser kleiner Verlag tat es auch. Der Zufall brachte uns nach Hollenstedt. Ein großes Haus im Wald – und wir fanden den <a href="http://www.ankerherz.de/blog/unser-kleiner-verlag-teil-1/">Alten Tanzsaal</a>, der vom ersten Moment eine gute Aura verbreitete. Hier wurde früher geschwoft, getrunken, gefeiert. Man merkt diese Geschichte.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/06/Rad-Este.jpg" data-pp="lightbox[3215]" class="lightbox autolink"><img class="aligncenter  wp-image-3218 imgborder" alt="Rad-Este" src="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/06/Rad-Este-924x1232.jpg" width="538" height="717" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/06/Alter-Tanzsaal.jpg" data-pp="lightbox[3215]" class="lightbox autolink"><img class="aligncenter  wp-image-3220 imgborder" alt="Alter Tanzsaal" src="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/06/Alter-Tanzsaal-924x612.jpg" width="515" height="341" /></a></p>
<p>Und trotzdem: Zuerst hatten wir ein wenig Sorge: Wir op´m Dörp? Konnte das gutgehen? Würde man uns mit vorgehaltenem Holzgewehr in den Schützenverein zwingen? Nicht dergleichen geschah. Die meisten Leute im Dorf sind echte Niedersachsen: zurückhaltend, wortkarg, aber freundlich. <a href="http://www.ankerherz.de/blog/unser-kleiner-verlag-teil-1/">„Hollywood in Hollenstedt“</a> heißt unsere Veranstaltungsreihe im Alten Tanzsaal, immer für einen guten Zweck. Axel Prahl war schon da, Uwe Friedrichsen – und einmal kam <a href="http://www.ankerherz.de/produkte/time-bandit/">Cameron Glendenning</a>, der Chefkameramann von <a href="http://dsc.discovery.com/tv-shows/deadliest-catch">„Deadliest Catch“</a> aus Los Angeles. Cameron verliebte sich ins Dorf, übernachtete im Hollenstedter Hof, ging viel im Wald und entlang der Este spazieren, aß jeden Tag Haxe und als er abreiste, benannte man in der Speisekarte des Restaurants spaßeshalber das Schweinsbein nach ihm. Ich mailte ihm das Foto, und er schrieb zurück:</p>
<p>„Im Ernst: Das bedeutet mir mehr als der Emmy!“</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter  wp-image-3219 imgborder" style="text-align: center;" alt="Wiese bei Holli" src="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/06/Wiese-bei-Holli-924x693.jpg" width="515" height="386" /></p>
<p>Nach Hamburg und Bremen ist es von Hollenstedt nicht weit, zu Flughäfen auch nicht, und ich liebe es, nach einer Reise aus New York oder London nach Holli zurückzukehren. Die Bäume, der Geruch, der großartige Weg in den Verlag, durch den Wald und entlang des Flüsschens Este. Oft erscheinen mir die Felder wie das Meer. Wenn der Weizen im Wind wogt, wenn der Raps gelb leuchtet, wenn der Abendhimmel glüht. Wir bekommen häufig Besuch und einige Mitarbeiter, die in Hamburg wohnen, fahren Dienstwagen.  Alles kein Problem. Der Standortnachteil „Hollenstedt“ ist inzwischen ein Vorteil.</p>
<p>Wir haben gelernt: Wer zu uns aufs Dorf rauskommt, der meint es ernst. Und wer von einem Standortnachteil redet, ist meistens ganz schnell wieder weg.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/06/Weizenfeld-bei-Holli.jpg" data-pp="lightbox[3215]" class="lightbox autolink"><img class="aligncenter  wp-image-3221 imgborder" alt="OLYMPUS DIGITAL CAMERA" src="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/06/Weizenfeld-bei-Holli-924x693.jpg" width="515" height="386" /></a></p>
<p style="text-align: center;"> <a href="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/06/Wiesen-an-der-Este.jpg" data-pp="lightbox[3215]" class="lightbox autolink"><img class="aligncenter  wp-image-3224 imgborder" alt="Wiesen an der Este" src="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/06/Wiesen-an-der-Este-924x612.jpg" width="515" height="341" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b><i>Stefan Kruecken, Jahrgang 1975, leitet mit seiner Frau Julia den von ihnen gegründeten Ankerherz Verlag.</i></b></p>
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<p><strong>Hier geht es zu den letzten Kolumnen: </strong></p>
<p>Folge 8: <a href="http://www.ankerherz.de/blog/unser-kleiner-verlag-folge-8-ol-george/">Eine Ode an Ol&#8217; George</a></p>
<p>Folge 7: <a href="http://www.ankerherz.de/blog/unser-kleiner-verlag-teil-7/">Die Schnapsidee</a></p>
<p>Folge 6: <a href="http://www.ankerherz.de/blog/unser-kleiner-verlag-teil-6/" target="_blank">Was Zählt </a></p>
<p>Folge 5: <a href="http://www.ankerherz.de/blog/unser-kleiner-verlag-teil-5/" target="_blank">Achterbahn um die Welt</a></p>
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		<item>
		<title>HEIMATHÄFEN &#8211; Der Blog. Folge 5</title>
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		<pubDate>Tue, 28 May 2013 17:39:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ankerherz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>

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		<description><![CDATA[MIT SEEWEH AN LAND  Gestern Vormittag ging ich von Bord der MS Hamburg – und war fortan schreibunfähig. Fühlte Schwindel und Müdigkeit. Freunde diagnostizierten: Du bist seekrank an Land, der Körper ist das feste Land nicht mehr gewohnt. Ingwertee sei ein gutes Gegenmittel. Der Ingwertee schmeckte scharf und tat gut. Ich glaube aber: Es war...]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2>MIT SEEWEH AN LAND <a href="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/05/david.jpg" data-pp="lightbox[3186]" class="lightbox autolink"><img class="alignright  wp-image-3102 imgborder" alt="david porträt" src="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/05/david.jpg" width="276" height="179" /></a></h2>
<p>Gestern Vormittag ging ich von Bord der MS Hamburg – und war fortan schreibunfähig. Fühlte Schwindel und Müdigkeit. Freunde diagnostizierten: Du bist seekrank an Land, der Körper ist das feste Land nicht mehr gewohnt.</p>
<p>Ingwertee sei ein gutes Gegenmittel.</p>
<p>Der Ingwertee schmeckte scharf und tat gut. Ich glaube aber: Es war der Abschiedsschmerz, der mich packte.</p>
<p>Ich hatte mich im Strom der Passagiere am Grasbrookkai die Gangway hinabspülen lassen, drehte mich noch einmal um und machte ein Foto. Der unvermeidliche Hamburger Nieselregen gab mir zu verstehen, dass ich mich besser schnell damit abfinde: Meine Reise, vier Tage HEIMATHÄFEN-Kreuzfahrt mit Sand und Wind und Sonne satt, ist vorüber. Nur wenig tröstete mich, dass Axel Prahl und die anderen unserer Crew am Nachmittag auf die zweite Tour aufbrechen würden, nach Sylt, Borkum und Helgoland. Das &#8220;Hamburger Abendblatt&#8221; und die <a href="http://www.welt.de/print/die_welt/hamburg/article116575143/Kreuzfahrt-zur-Austernprinzessin.html">&#8220;Welt&#8221;</a> berichten heute über die Zusammenarbeit von uns und der Reederei <a href="http://www.plantours-partner.de">Plantours</a> aus Bremen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Wo ist unsere MS Hamburg?</h3>
<p>Am Morgen nach meiner Rückkehr checke ich als erstes <a href="http://www.marinetraffic.com/ais">eine Website</a>, die mir die aktuelle Position der MS Hamburg anzeigt: vor List auf Sylt. Eben will ich den Wetterbericht anklicken, als mein Telefon klingelt: es sind Kollegen von Bord. Man habe „karibisches Wetter“ und müsse schnell an Land und den Austern-Hunger stillen. Die HEIMATHÄFEN-Passagiere bekommen exklusive Einblicke in <a href="http://www.sylter-royal.de">Dittmeyer’s Austern-Compagnie</a>. Der Betrieb, der die berühmte „Sylter Royal“ züchtet, wird geführt von Bine Pöhner. In unserem Buch INSELSTOLZ erzählt sie ihre abenteuerliche Lebensgeschichte.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/05/MSHamburg-glatte-See.jpg" data-pp="lightbox[3186]" class="lightbox autolink"><img class="aligncenter  wp-image-3187 imgborder" alt="MSHamburg glatte See" src="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/05/MSHamburg-glatte-See-924x615.jpg" width="589" height="392" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/05/Hamburg-vor-List.jpg" data-pp="lightbox[3186]" class="lightbox autolink"><img class="aligncenter  wp-image-3197 imgborder" alt="Hamburg vor List" src="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/05/Hamburg-vor-List.jpg" width="576" height="430" /></a></p>
<p>Ich wünsche einen schönen Landgang und guten Appetit, und tröste mich mit der Erinnerung an meinen letzten Abend auf der MS Hamburg. Captain’s Diner. Am Tisch mit Kapitän Joao Simoes, der mit unserem frisch gebadeten Freund Axel Prahl (<a href="http://www.ankerherz.de/blog/heimathafen-der-blog-folge-4/">siehe Blog 4</a>) angeregt über unvergessliche Konzertabende plauderte. Axel schwärmte von Peter Gabriel, der portugiesische Kapitän konterte mit einem legendären Auftritt von Santana in Lissabon. Verständiges Nicken am Tisch. Plötzlich ging das Licht im Speisesaal aus, wir hörten die spanischen Rhythmen von „Macarena“ und ich verfolgte staunend die Parade der Service-Crew: Wunderkerzen, Tabletts mit Kunstwerken aus Eis und Sahne.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Axel liest wie ein Seebär</h3>
<p>Kurz darauf waren wir dran. In der Lounge verabschiedete sich unsere HEIMATHÄFEN-Crew. Axel las noch einmal, den Prolog von <a href="http://www.ankerherz.de/produkte/northwestern-das-hoerbuch/">Northwestern</a>, unserer Saga über einen Krabbenfänger-Clan in Alaska. Der Text handelt von einer dramatischen Situation auf der Beringsee, dazu Axels seebärige Stimme. Kein Wunder, dass das Publikum ergriffen war – zumal an Bord eines Schiffes.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/05/MS-Hamburg-Sunset.jpeg" data-pp="lightbox[3186]" class="lightbox autolink"><img class="aligncenter  wp-image-3188 imgborder" alt="MS-Hamburg- Sunset" src="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/05/MS-Hamburg-Sunset.jpeg" width="576" height="432" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/05/Axel-hamburg.jpg" data-pp="lightbox[3186]" class="lightbox autolink"><img class="aligncenter  wp-image-3195 imgborder" alt="Axel-hamburg" src="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/05/Axel-hamburg-924x612.jpg" width="589" height="390" /></a></p>
<p>Gut, dass Axel und Albertus Akkermann, der Akkordeon spielende Wattführer von Borkum, noch etwas vorbereitet hatten, um die Kehlen wieder zu entschnüren. Sie spielten das Lied „Reise, Reise“. Axel schrieb es, nachdem er von einer Passage unseres Buchs STURMKAP besonders beeindruckt war. Darin wiederholt sich eine Zeile, die das Publikum dankbar mitsingt: „Reise, Reise, alle Mann an Deck“.</p>
<p>Ich hätte noch einiges zu berichten von diesem letzten Abend. Doch ich muss meinen Bericht jetzt leider abrupt beenden. Ich spüre ein starkes Verlangen nach Ingwertee.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/05/Axel-Prahl-Porträt.jpg" data-pp="lightbox[3186]" class="lightbox autolink"><img class="aligncenter  wp-image-3190 imgborder" alt="Axel Prahl Porträt" src="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/05/Axel-Prahl-Porträt-924x616.jpg" width="530" height="353" /></a></p>
<p>Fotos: Yannick Dekeyser, Claus Buse, Uwe Bahn, David Schumacher.</p>
<p>&nbsp;</p>
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<p><em>- David Schumacher, Jahrgang 1974, ist Leitender Redakteur von Ankerherz. -</em></p>
<p><strong>Hier geht es zu den ersten Blogs:</strong></p>
<p>Folge 1: <a href="http://www.ankerherz.de/blog/heimathafen-der-blog-folge-1-kofferpacken/">Kofferpacken</a></p>
<p>Folge 2: <a href="http://www.ankerherz.de/blog/heimathafen-der-blog-folge-2/">Eine Königin und Axels Vadder</a></p>
<p>Folge 3: <a href="http://www.ankerherz.de/blog/heimathafen-der-blog-folge-3/">Ein Schiff wie ein Zuhause</a></p>
<p>Folge 4: <a href="http://www.ankerherz.de/blog/heimathafen-der-blog-folge-4/">Tausend Seemeilen weit vom Alltag</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>HEIMATHÄFEN &#8211; der Blog. Folge 4</title>
		<link>http://www.ankerherz.de/blog/heimathafen-der-blog-folge-4/</link>
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		<pubDate>Sun, 26 May 2013 18:27:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ankerherz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>

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		<description><![CDATA[TAUSEND SEEMEILEN WEIT VOM ALLTAG  Nachmittagssonne auf dem Oberdeck. Kreuzfahrtdirektor Florian Herzfeld lädt die Passagiere auf ein Bier ein und Albertus Akkermann, der musizierende Wattführer von Borkum, holt das Akkordeon raus. Entspannung pur bei angenehmen 16 Grad. Sonne! Aber wieso kommt Axel Prahl in einem weißen Bademantel aufs Deck geschlendert? Er nimmt am Tisch seiner...]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2>TAUSEND SEEMEILEN WEIT VOM ALLTAG <a href="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/05/david.jpg" data-pp="lightbox[3166]" class="lightbox autolink"><img class=" wp-image-3102 imgborder alignright" alt="david porträt" src="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/05/david.jpg" width="307" height="199" /></a></h2>
<p>Nachmittagssonne auf dem Oberdeck. Kreuzfahrtdirektor Florian Herzfeld lädt die Passagiere auf ein Bier ein und Albertus Akkermann, der musizierende Wattführer von Borkum, holt das Akkordeon raus. Entspannung pur bei angenehmen 16 Grad. Sonne! Aber wieso kommt Axel Prahl in einem weißen Bademantel aufs Deck geschlendert?</p>
<p>Er nimmt am Tisch seiner Eltern Platz und stellt einen Teller mit Bockwurst ab. Streift seinen Bademantel ab. In blauer Badehose und ein weiß-blau gestreiftem T-Shirt springt er beherzt in den Pool. Das Platschen schreckt die Dösenden von ihren Liegen auf. Eile ist geboten, denn nach ein paar Schwimmzügen wird’s Axel dann doch ein bisschen kühl. Schnell mummelt er sich wieder in den Bademantel ein. Albertus tritt mit dem Akkordeon an seinen Tisch. Die beiden haben sich angefreundet in den letzten Tagen. Axel wünscht sich: „What shall we do with the drunken sailor“, und der Friese mit dem roten Bart und dem schwarzen Akkordeon (der in <a href="http://www.ankerherz.de/produkte/inselstolz/">Inselstolz</a> seine Geschichte erzählt) lässt sich nicht zweimal bitten.</p>
<h3><a href="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/05/Axel-nimmt-ein-Bad.jpg" data-pp="lightbox[3166]" class="lightbox autolink"><img class="aligncenter  wp-image-3167 imgborder" alt="Axel nimmt ein Bad" src="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/05/Axel-nimmt-ein-Bad-924x659.jpg" width="589" height="420" /></a></h3>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/05/Heimathäfen-Tour-72.jpg" data-pp="lightbox[3166]" class="lightbox autolink"><img class="aligncenter  wp-image-3182 imgborder" alt="Axel nass" src="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/05/Heimathäfen-Tour-72-924x613.jpg" width="515" height="342" /></a></p>
<h3>Sonne an Deck!</h3>
<p>Am vierten Tag unserer HEIMATHÄFEN-Kreuzfahrt haben wir den Alltag gefühlte tausend Seemeilen hinter uns gelassen. Das Schaukeln des Schiffs, der Rhythmus der Mahlzeiten und die Tage voller Wind und Sonne und salziger Luft haben uns den Kopf bereinigt. Ich mag gar nicht daran denken, wie schnell dieser Effekt sich in Stadtsmog auflöst, wenn wir morgen um 8 Uhr das Schiff am Grasbrookkai in Hamburg wieder verlassen müssen.</p>
<p>Es kann es die Stimmung kaum trüben, dass wir heute früh um 4 Uhr an Sylt vorbei fahren mussten. Hohe Wellen und starke Strömungen vor List hätten das Ausbooten zu einem gefährlichen Unterfangen gemacht. Unsere geplanten Ausflüge über die Insel fallen leider aus. Das ist schade &#8211; erst gestern Abend hatten wie die Programme auf den Kabinen verteilt.  Stattdessen weckte mich der Kreuzfahrtdirektor heute früh um 8 Uhr mit seiner Ansage: „Willkommen in Esbjerg“.</p>
<p>Immerhin: Von der dänischen Hafenstadt geht eine Fähre hinüber auf die Insel  Fanö. Wir entscheiden uns für diesen Ausflug, und Axel kommt gern mit. Er ist Fan der Insel. „Nicht so voll wie Romö, schöne Häuschen, tolle Dünen.“ Wir fahren zum Strand und sind gar nicht mehr allzu traurig. Eine schöne Alternative zu Sylt, immerhin.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/05/Axel-Prahl-mit-Inselstolz1.jpg" data-pp="lightbox[3166]" class="lightbox autolink"><img class="aligncenter  wp-image-3168 imgborder" alt="Axel Prahl mit Inselstolz1" src="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/05/Axel-Prahl-mit-Inselstolz1-924x616.jpg" width="552" height="368" /></a></p>
<p>Und ein Gutes hat es: Ich muss als Fan von Borussia Dortmund nicht die Schlagzeilen der deutschen Zeitungen lesen. Gestern Abend knotete ich mir meinen schwarz-gelben Schal um und drängte mich in die Schiffslounge, wo das Champions-League-Finale auf einer Leinwand gezeigt wurde. Das Vorprogramm war ein Fest der Ironie: Uwe Bahn, Herausgeber des Buches Inselstolz und ehemaliger Stadionsprecher des Hamburger SV, moderierte mit seinem Nachfolger, dem NDR2-Moderator Dirk Böge, den Countdown. Die beiden mutmaßten, wie viele Jahrzehnte es wohl dauert, bis in Hamburg wieder um die europäischen Fußballkrone gespielt wird. Das Spiel? Großartig, auf den Wellen der Nordsee. Das Ergebnis: weniger. Nach Abpfiff trat ich an Deck, um die Enttäuschung fortwehen zu lassen.</p>
<p>Nun sitzen wir in der Sonne, der Himmel ist blau und dänisch weit. Aller Ärger verflogen. Aber auf einem Kreuzfahrtschiff kann man gar nicht gram sein. Erst recht nicht, wenn der Kreuzfahrtdirektor Freibier ausschenkt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Begleiten Sie mich auf der Reise mit der <a href="http://www.plantours-partner.de">MS Hamburg</a>!  Frisch von Bord: der Heimathäfen Blog!</strong></p>
<p>(Fotos: Yannick Dekeyser &amp; Claus Buse)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>LESEN SIE SCHON BALD NÄCHSTE FOLGE: HAMBURG!</strong></p>
<p><em>- David Schumacher, Jahrgang 1974, ist Leitender Redakteur von Ankerherz. -</em></p>
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<p><strong>Hier geht es zu den ersten Blogs:</strong></p>
<p>Folge 1: <a href="http://www.ankerherz.de/blog/heimathafen-der-blog-folge-1-kofferpacken/">Kofferpacken</a></p>
<p>Folge 2: <a href="http://www.ankerherz.de/blog/heimathafen-der-blog-folge-2/">Eine Königin und Axels Vadder</a></p>
<p>Folge 3: <a href="http://www.ankerherz.de/blog/heimathafen-der-blog-folge-3/">Ein Schiff wie ein Zuhause</a></p>
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		<title>STRANDLEKTÜRE!</title>
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		<pubDate>Sun, 26 May 2013 11:55:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ankerherz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Multimedia]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a href="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/05/axel-liest1.jpg" data-pp="lightbox[3155]" class="lightbox autolink"><img class="aligncenter size-large wp-image-3156 imgborder" alt="Axel Prahls Strandlektüre" src="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/05/axel-liest1-924x616.jpg" width="920" height="613" /></a></p>
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		<title>HEIMATHÄFEN &#8211; Der Blog. Folge 3</title>
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		<pubDate>Sat, 25 May 2013 09:28:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ankerherz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>

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		<description><![CDATA[EIN SCHIFF WIE EIN ZUHAUSE Rauch steigt auf von Deck 6. Grillmeister Novva serviert die ersten Hühnchenschenkel und Lachssteaks, als Axel Prahl sich blinzelnd in die Schlange der Hungrigen einreiht. Wer genau hinsieht, kann die Spuren des langen Abends unter seinen Augen erkennen. Weit nach Mitternacht hatte Siggi Klein, der Alleinunterhalter an Bord, die Hoheit...]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2>EIN SCHIFF WIE EIN ZUHAUSE<a href="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/05/david.jpg" data-pp="lightbox[3132]" class="lightbox autolink"><img class=" wp-image-3102 imgborder alignright" alt="david porträt" src="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/05/david.jpg" width="307" height="199" /></a></h2>
<p>Rauch steigt auf von Deck 6. Grillmeister Novva serviert die ersten Hühnchenschenkel und Lachssteaks, als Axel Prahl sich blinzelnd in die Schlange der Hungrigen einreiht. Wer genau hinsieht, kann die Spuren des langen Abends unter seinen Augen erkennen. Weit nach Mitternacht hatte Siggi Klein, der Alleinunterhalter an Bord, die Hoheit über seine Musikanlage verloren. Axel und NDR2-Moderator Dirk Böge intonierten „Born to be wild“, es war der Auftakt einer Session, von der Siggi seither in seinem Kölner Dialekt schwärmt: „Mann, haben wir jerockt!“</p>
<p>Ein junger Vater passiert die Barbecue-Schlange, auf dem Arm der mutmaßlich jüngste Passagier, der vernehmbar seinen Brei-Hunger hinausplärrt.</p>
<p>„Kopf hoch“, tröstet Axel, „ehe du es merkst, sind die Lütten aus dem Gröbsten schon raus.“</p>
<p>Die MS Hamburg, mit der wir unterwegs sind auf unserer HEIMATHÄFEN-Tour nach Helgoland, Borkum und Sylt, ist eine klassenlose Gesellschaft. Ohne Exklusiv-Deck für die feinere Gesellschaft. Dies ist meine erste Kreuzfahrt, und ich habe nach einem Tag gelernt: Es ist unmöglich, sich hier aus dem Weg zu gehen.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/05/axel-fotografiert.jpg" data-pp="lightbox[3132]" class="lightbox autolink"><img class="aligncenter  wp-image-3148 imgborder" alt="axel fotografiert" src="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/05/axel-fotografiert-924x616.jpg" width="497" height="331" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/05/hamburg-in-wilm.jpg" data-pp="lightbox[3132]" class="lightbox autolink"><img class="aligncenter  wp-image-3134 imgborder" alt="hamburg in wilm" src="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/05/hamburg-in-wilm-924x693.jpg" width="515" height="386" /></a></p>
<h3>Axels Instrument: seine Stimme</h3>
<p>Axel gefällt es an Bord, das spürt man. Er schäkert gern, er scherzt, er weiß instinktiv, wen er duzen und wen er siezen muss. Vermutlich achten die Passagiere, die ihn ansprechen, auch gar nicht genau darauf – vermutlich geht es ihnen wie mir, und sie lauschen Axels einmaligem Instrument: seiner Stimme.</p>
<p>Am Abend liest Axel aus unserem Buch <a href="http://www.ankerherz.de/produkte/inselstolz/">INSELSTOLZ</a>, der Saal ist voll, jeder Stuhl und Sessel belegt, Scheinwerfer beleuchten die Bühne. Axel nestelt an seiner Lesebrille (die interessierte Damen gern mal aufprobieren dürfen, um einen Eindruck von seiner Sehschwäche zu bekommen&#8230;). Er wird die Geschichte von Katja Just vorlesen, einer hübschen, zierlichen Frau, die aus der Großstadt München auf eine 100-Seelen-Hallig zog – und diese wichtigste Entscheidung ihres Lebens nie bereut hat. Wird Axel, der schon für <a href="http://www.ankerherz.de/produkte/northwestern-das-hoerbuch/">zwei unserer Hörbücher</a> gestandenen Kapitänen seine rauchigen Stimme lieh, die richtige Tonlage finden?</p>
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<p style="text-align: center;"><a href="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/05/Bildschirmfoto-2013-05-25-um-10.39.09.png" data-pp="lightbox[3132]" class="lightbox autolink"><img class="aligncenter  wp-image-3135 imgborder" alt="Bildschirmfoto 2013-05-25 um 10.39.09" src="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/05/Bildschirmfoto-2013-05-25-um-10.39.09.png" width="523" height="374" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/05/axel-liest.jpg" data-pp="lightbox[3132]" class="lightbox autolink"><img class="aligncenter  wp-image-3151 imgborder" alt="axel liest" src="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/05/axel-liest-924x616.jpg" width="515" height="343" /></a></p>
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<p>Wie konnte ich zweifeln? „Ich war 25, als ich nach Hooge ging“, liest Axel, ich entdecke Katja im Publikum, sie strahlt, und wir spüren: Er ist tatsächlich ihre Stimme. Später erzählt mir Katja: „Es war, als ob ich mir selbst zuhöre.“</p>
<p>Im Buch beschreibt Katja, die Ferienwohnungen vermietet, wie die Stille und Einsamkeit der Hallig auf ihre Gäste wirkt. Ein Mann zum Beispiel setzte gleich nach der Ankunft zu einem Sprint Richtung Deich an. Auf halber Strecke begann er zu hüpfen und zu tanzen und zu juchzen. Nach der Lesung kommt Katja auf die Bühne und erzählt uns davon, dass ein Kurzurlaub auf Hooge für viele eine Art Therapie ist. Darauf Axel: „Bei dir mache ich gerne auch eine Therapie.“ Großes Gelächter.</p>
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<p><span style="color: #0000ee;"><span style="text-decoration: underline;"> </span></span></p>
<p><img class="wp-image-3121 imgborder alignleft" style="color: #0000ee;" alt="Axel Prahl" src="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/05/IMG_0658.jpg" width="259" height="346" /><img class="wp-image-3138 imgborder aligncenter" alt="Old Seaman" src="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/05/Bildschirmfoto-2013-05-25-um-11.16.54.png" width="275" height="361" /></p>
<p>Nach der Lesung, Axel signiert Hörbücher und Bücher für Fans, er schäkert und lacht. Neben mir sitzt Katja und strahlt immer noch. Sie sagt, sie hatte ein bisschen Bammel vor ihrem Auftritt. „Aber dann hat Axel so toll gelesen. Als ich zu ihm auf die Bühne kam, fühlte ich mich sofort zu Hause.&#8221;</p>
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<p><strong>Begleiten Sie mich auf der Reise mit der MS Hamburg, dem Schiff der Reederei <a href="http://www.plantours-partner.de">Plantours</a> aus Bremen! In den nächsten Tagen immer hier, frisch von Bord: der Heimathäfen Blog!</strong></p>
<p><strong>LESEN SIE MORGEN DIE NÄCHSTE FOLGE: Borkum und Finale!</strong></p>
<p><em>- David Schumacher, Jahrgang 1974, ist Leitender Redakteur von Ankerherz. -</em></p>
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<p><strong>Hier alle Blogs von Bord in der Übersicht:</strong></p>
<p>Folge 1: <a href="http://www.ankerherz.de/blog/heimathafen-der-blog-folge-1-kofferpacken/">Kofferpacken</a></p>
<p>Folge 2: <a href="http://www.ankerherz.de/blog/heimathafen-der-blog-folge-2/">Eine Königin und Axels Vadder</a></p>
<p>Folge 3: <a href="http://www.ankerherz.de/blog/heimathafen-der-blog-folge-3/">Ein Schiff wie ein Zuhause</a></p>
<p>Folge 4: <a href="http://www.ankerherz.de/blog/heimathafen-der-blog-folge-4/">Tausend Seemeilen weit vom Alltag</a></p>
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		<title>HEIMATHÄFEN &#8211; Der Blog. Folge 2</title>
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		<pubDate>Thu, 23 May 2013 21:36:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ankerherz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>

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		<description><![CDATA[EINE KÖNIGIN UND AXELS VADDER  Seit ungefähr 18 Uhr 20 geht es mir besser. Davor, muss ich einräumen, war ich noch nicht in Reisestimmung. Kistenweise Bücher (INSELSTOLZ, NORTHWESTERN, STURMKAP), Windjacken, Kappen und Polohemden mit dem HEIMATHÄFEN-Logo verstauten wir in unserer Kammer im 2. Deck, sogar im Bad stapelten wir die Kartons. Und schon rief Uwe...]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2>EINE KÖNIGIN UND AXELS VADDER <a href="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/05/david.jpg" data-pp="lightbox[3118]" class="lightbox autolink"><img class=" wp-image-3102 imgborder alignright" alt="david porträt" src="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/05/david.jpg" width="307" height="199" /></a></h2>
<p>Seit ungefähr 18 Uhr 20 geht es mir besser.</p>
<p>Davor, muss ich einräumen, war ich noch nicht in Reisestimmung. Kistenweise Bücher (<a href="http://www.ankerherz.de/produkte/inselstolz/">INSELSTOLZ</a>, <a href="http://www.ankerherz.de/produkte/northwestern/">NORTHWESTERN</a>, <a href="http://www.ankerherz.de/produkte/northwestern/">STURMKAP</a>), Windjacken, Kappen und Polohemden mit dem HEIMATHÄFEN-Logo verstauten wir in unserer Kammer im 2. Deck, sogar im Bad stapelten wir die Kartons. Und schon rief Uwe Bahn, der Herausgeber unseres Buches INSELSTOLZ, das Team aus der Verschnaufpause: Die Maritim-App seines Vertrauens schlug Alarm und zeigte die Queen Mary 2 schon auf Höhe der Landungsbrücken. Alle Mann an Deck!</p>
<p>Unsere MS Hamburg ist keine Nussschale. Sie misst 144 Meter, das ist ein guter Distanzschuss länger als der heilige Rasen von Wembley (oder jeder andere regelkonforme Fußballplatz; der schicksalhaften Verbindung von Kreuzfahrt und Fußball kann ich in diesem Blog unmöglich ausweichen). Aber beim Anblick der Queen Mary 2, die uns erschien, zückte ich demütig meine Kamera.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/05/IMG_0651.jpg" data-pp="lightbox[3118]" class="lightbox autolink"><img class="aligncenter  wp-image-3120 imgborder" alt="Queen Mary Hamburg" src="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/05/IMG_0651.jpg" width="576" height="282" /></a></p>
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<h3>Die Queen hat Verspätung</h3>
<p>Ehrlicherweise muss man sagen, dass wir die Queen Mary 2 eigentlich verpasst hätten – doch wegen des stürmischen Wetters auf der Nordsee traf sie mit Verspätung ein. <em>Wegen des stürmischen Wetters&#8230;</em> Sämtliche Leute an Bord, unter ihnen offenkundig erfahrene Kreuzfahrtgäste, scheinen meine Besorgnis über diese „Verspätung“ nicht zu teilen, die Stimmung ist prächtig. Erst recht unter unseren Ehrengästen: Katja Just, Bewohnerin der Hallig Hooge, und Albertus Akkermann, der stimmgewaltige Wattführer von Borkum. Wir machen die erste Kreuzfahrt, die auf einem Buch basiert, wir besuchen viele der Menschen, die zwischen Land und Meer leben. Wir wählten den Untertitel „Zwischen Strandkorb und Sturmflut“ und fanden das eine hübsche Alliteration. Heute Nachmittag fand ich es eine naive Herausforderung des Schicksals.</p>
<p>Sobald alle an Bord sind, heißt der Kreuzfahrtdirektor die Gäste willkommen, er heißt Florian Herzfeld. Schöner Name. Er weist darauf hin, dass es an der Rezeption „Tabletten gegen Unwohlsein“ gebe. Ich erwäge gerade, mir auf der Stelle einen großzügigen Vorrat zu sichern, es ist etwa 18 Uhr 20, da ergreift eine junge Dame das Mikrofon, sie heißt Jenny Tumanova, ist die Ausflugsleiterin an Bord und hat Pippi-Langstrumpf-rote Haare.</p>
<p>„Ich warr schon in der Antarrktis, auf dem Amazonas, überrall.“ Sie rollt das R, Jenny stammt aus Russland. Im charmanten Ton einer Krankenschwester stellt sie ein paar Sachen klar: Sind auf See. Wetter bestimmt Ablauf. Aber wir sind ja im Urlaub, nicht auf der Flucht. „Wenn es jemand genauso schön haben will wie zu Hause – soll er zu Hause bleiben.“</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/05/IMG_0658.jpg" data-pp="lightbox[3118]" class="lightbox autolink"><img class=" wp-image-3121 imgborder alignleft" alt="Axel Prahl" src="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/05/IMG_0658.jpg" width="269" height="358" /></a> <a href="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/05/IMG_0673.jpg" data-pp="lightbox[3118]" class="lightbox autolink"><img class="wp-image-3122 imgborder aligncenter" alt="IMG_0673" src="http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2013/05/IMG_0673.jpg" width="269" height="358" /></a></p>
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<p>Recht hat sie! Wenn ich Windstärke 0 vorziehe, hätte ich in meinem Wohnzimmer bleiben müssen. Ich verzichte auf meinen Besuch an der Rezeption und bestelle ein kühles Bier zum Abendessen.</p>
<p>Das Abenddunkel senkt sich über den Hafen, und ich bin jetzt so entspannt, dass ich zunächst gar nicht mitbekomme, dass Axel Prahl sich in der Lounge ein Mikrofon und eine Gitarre schnappt und Albertus Akkermann zu sich auf die Bühne schiebt. „Du spielst doch so schön Akkordeon, dann lass mal hören.“ Sie spielen „An de Eck steiht n Jung mit’n Tüddelband“ – einfach so, zweistimmig. Begeisterung im Saal. Nach dem Refrain bricht Axel ab. „Ähm, kennt einer die zweite Strophe? Ich nämlich nicht.“ Entgeistertes Schweigen. „Ah, aber da kommt ja Vadder“, und da tritt tatsächlich sein Vater Dieter Prahl ins Scheinwerferlicht und singt von der „Deern mit’n Eierkorf.“</p>
<p>Und in der hintersten Ecke des Saales erspähe ich einen Rotschopf, der im Takt der Musik nickt.</p>
<p><strong>MORGEN: HELGOLAND! Lesen Sie die nächste Folge von Bord der MS HAMBURG. Im Ankerherz Blog.</strong></p>
<p><em>- David Schumacher, Jahrgang 1974, ist Leitender Redakteur von Ankerherz. -</em></p>
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<p><strong>Hier alle Blogs von Bord in der Übersicht:</strong></p>
<p>Folge 1: <a href="http://www.ankerherz.de/blog/heimathafen-der-blog-folge-1-kofferpacken/">Kofferpacken</a></p>
<p>Folge 2: <a href="http://www.ankerherz.de/blog/heimathafen-der-blog-folge-2/">Eine Königin und Axels Vadder</a></p>
<p>Folge 3: <a href="http://www.ankerherz.de/blog/heimathafen-der-blog-folge-3/">Ein Schiff wie ein Zuhause</a></p>
<p>Folge 4: <a href="http://www.ankerherz.de/blog/heimathafen-der-blog-folge-4/">Tausend Seemeilen weit vom Alltag</a></p>
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