AfD UND PEGIDA: Wir lassen uns nicht einschüchtern

27Jan2016

Die Drohungen und Beleidigungen rechtsgerichteter Internet-User, von AfD-Anhängern und PEGIDA-Mitläufern haben ein Ausmaß erreicht, das wir uns nicht mehr gefallen lassen.

Seit unser Kolumnist Kapitän Schwandt Position für Flüchtlinge bezieht, für den Rechtsstaat und ein Miteinander, häufen sich die Beschimpfungen. „Der alte Mann soll Sterben gehen“, wir seien „Volksverräter, die vor den Volksgerichtshof gehören“, und wir würden „wie Til Schweiger und dieses Gesocks“ eines Tages schon „die Quittung“ bekommen, dazu Schimpfworte aus der untersten Schublade.

Es reicht.

Die regionale AfD forderte uns nach einem bewusst und betont sachlich formulierten Offenen Brief an die AfD-Leitung in Berlin auf, „verbal abzurüsten.“ Interessant, denn die AfD Harburg ruft in ihren eigenen Posts nach der 12. Armee der Wehrmacht, wählt den „Dummbatz des Monats“ und beschimpft pauschal „linke Zecken.“ Der Kommentar eines Users, der einer Grünen-Politikerin ein Kantholz in die Vagina schieben möchte, wurde nicht gelöscht – mit Hinweis auf die Meinungsfreiheit.

Uns ist auch bekannt, dass sich ein Lokalpolitiker, der mit der AfD in Konflikt geraten war, bedroht fühlt oder Menschen, die sich im Ort für Flüchtlinge einsetzen, massiv angegangen wurden.

Jeder, der gegen die Ziele der AfD argumentiert, wird zur Zielscheibe, so kommt es einem vor, und dies darf in einer Demokratie, in der Meinungsfreiheit ein hohes Gut ist, nicht sein.

Wir sind ja auch schon einige Male gefragt worden, warum wir uns als Buch-Verlag mit der aktuellen Lage so befassen. Als Verlag leisten wir einen Beitrag zum gesellschaftlichen Klima, das derzeit extrem aufgeheizt ist – und auch zum Dialog. Mit Argumenten, nicht mit Hetze.

Wir werden jede Drohung und jede Beleidigung – auf unserer Internet-Seite, auf Facebook oder in Papierform – zur Anzeige bringen. Wir lassen uns auch nicht bedrohen.

Und wir lassen uns erst recht nicht einschüchtern.

 

Stefan Kruecken, Verlagsleitung Ankerherz

Stefan_Queen Mary

Von Stefan Kruecken

Stefan Krücken

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