KAPITÄN SCHWANDT: Mein Pegida-Protest

07Jan2016

Was die Pegida betreibt, ist eine Mischung aus Angstmache, offen rechtsextremen Ressentiments und intellektuellem Durchfall. Als ich aber heute morgen einen Post sah, der die Ereignisse von Köln mit dem Mittelmeer und dem Hinweis #rapefugees in Verbindung brachte, hat mich das sehr wütend gemacht. Der Post lautet:

Pegida-Post

 

Mehr als 5000 Menschen sind nach vorsichtigen Schätzungen in 2015 im Mittelmeer ertrunken, darunter viele Kinder. Ich finde diesen Post widerwärtig, unmenschlich, unterste Schublade. Ich bin ein Kind des Krieges. Mein Vater war ein hoher Nazi, und das Dritte Reich und seine Folgen haben mich ein Leben lang beschäftigt. Ich habe mir vorgenommen, gegen rechtsextreme Tendenzen einzutreten.

Gemeinsam mit dem Ankerherz-Verleger Stefan Kruecken (Ankerherz unterstützt mich auch bei der technischen Betreuung meiner Facebook-Seite) habe ich überlegt, was zu tun ist. Ich habe mich entschieden, meinen Widerwillen nicht nur auf meiner Seite kundzutun, sondern auf die Pegida-Seite zu bringen – und meine 18.000 Facebook-Freunde gebeten, mich in sachlicher Form zu unterstützen.

“Dieser Post ist geschmacklos und widerlich. (…) Was Sie hier verbreiten, ist an Unmenschlichkeit und Zynismus nicht zu unterbieten. Schämen Sie sich! Ich wende mich hier an jene, die nicht von “Rapefugees” schwadronieren – denen ist in ihrer Gedankenwelt nicht zu helfen. Ich wende mich an viele, die vielleicht naiv hinterhertrotten. Was Pegida treibt, ist menschenverachtend. Wer mitmacht, macht sich mit schuldig.”

Nach nicht ganz einer Stunde hatte mein Kommentar mehr als 1300 Daumen und hunderte, wenn nicht tausende Facebook-Nutzer schrieben empörte Zeilen.

Schwandt-Peigida-Kommentar

Dann, um kurz nach 13 Uhr, war mein Kommentar verschwunden, gelöscht – und mich hat Pegida blockiert. Soviel zum Thema Meinungsfreiheit und „Lügenpresse“, große Themen für Pegida. Ich empfinde es als Auszeichnung, geblockt worden zu sein. Seit eben berichtet die Hamburger Morgenpost groß über die Aktion.

Ich freue mich über den Erfolg der Initiative und über viele Tausend Unterstützer. Danke! Wir sollten diesen Pegidioten klar sagen, dass Sie nicht die schweigende Mehrheit sind. Sie sind eine grölende Minderheit.

Sie sind eine Schande für Deutschland.

 

Aktualisierung, Freitag, 8. Januar. Meine MOPO berichtet heute sogar groß auf dem Cover! Ich freue mich.

mopo.cover

Von Käptn' Schwandt

Kapitän Schwandt

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