KAPITÄN SCHWANDT: Rio, eine Atempause für die Welt

07 Aug 2016

Für viele Kritiker sind die Olympischen Spiele zu einer großen Kommerzveranstaltung verkommen, zu einer Werbe-Bühne für Coca-Cola und Co. Politische Dinge spielen eine Rolle, wie schon zu Zeiten des Kalten Krieges: Mancher Politiker schielt auf den Medaillenspiegel, als drücke sich darin die Überlegenheit seines Landes aus. Ich fände gut, wenn wir uns darauf besinnen, um was es in Rio wirklich geht: den Sport.

Olympische Spiele waren als Fest angelegt, das der Verständigung der Völker dient. Sämtliche Kriegshandlungen wurden eingestellt, es herrschte Waffenruhe während der Spiele. Solch eine Atempause würde der Welt von heute auch gut tun. Das wünsche ich mir.

450.000 Kondome im olympischen Dorf!

Die Völkerverständigung haben die Sportler von je her gelebt, bei den Wettkämpfen und im olympischen Dorf versteht man sich und geht aufgeschlossen freundlich miteinander um. Was man ja auch an der Menge der verteilten Kondome erkennt: 450.000 Präservative wurden an die 10.500 Sportler verteilt. Dürfte Rekord sein.

Schwandt_Olympische Spiele

Was ich strikt ablehne, ist das Doping. Sich auf diese Weise Vorteile zu verschaffen, ist äußerst unfair gegenüber den Sportlern der gleichen Disziplin. Der deutsche IOC Präsident Bach hat sich feige vor einer klaren Entscheidung gedrückt, wie mit dem systematischen Doping in Russland umgegangen wird. Er glitscht wie ein Aal ohne jede Haltung durch diese Affäre.

Respekt vor den Sportlern!

Ich wünsche allen Sportlern eine schöne Zeit, viele neue Freund- und Liebschaften, egal, ob sie eine Medaille holen oder nicht. Diese jungen Menschen haben meine Hochachtung für Ihre Leistungen. Wer nach Rio reisen durfte, hat sich dies verdient: Mit großem Trainingsfleiß, eiserner Disziplin und persönlichem Einsatz unter Verzicht auf viele Vergnügungen, die der Jugend zur Verfügung stehen. Während eines Auftritts in der NDR Talkshow vor einigen Wochen haben ich die Marathon-Zwillinge Anna und Lisa. Die Schwestern haben mich mit ihren Erzählungen über ihr Trainingsprogramm und ihren Einsatz beeindruckt. Ihnen drücke ich besonders die Daumen.

Mit dem Begriff „Held“ sollte man vorsichtig umgehen, aber eine beeindruckende Leistung habe ich schon gesehen. Der Turner Andreas Toba hat sich im Vorkampf bei seiner Übung am Boden einen Kreuzbandriss zugezogen. Doch er brach den Wettkampf trotz starker Schmerzen nicht ab, um seiner Mannschaft zu helfen. Tausende Zuschauer in der Halle und Millionen vor den Fernsehgeräten werden sich in einigen Jahren vielleicht nicht mehr daran erinnern, wer Gold gewann.

An das Kämpferherz von Andreas Toba aber ganz bestimmt.

Jürgen Schwandt, Jahrgang 1936, wuchs in Sankt Georg auf. Er fuhr jahrzehntelang zur See und lebt heute in Hamburg. Gerade erschien seine Biographie „Sturmwarnung“.

Sturmwarnung Norderney

Von Käptn' Schwandt

Kapitän Schwandt

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