Das Wasser im Inneren des Kutters steht etwa 20 bis 30 Zentimeter hoch. Draußen rollt die Nordsee mit rund eineinhalb Metern Seegang gegen den Holzrumpf. Die „Eltje Looden“ ist ivor der Halbinsel Eiderstedt unterwegs, als die Lage unangenehm wird: Immer mehr Wasser dringt ein! Woher es kommt, wissen die Fischer nicht.
Ihr rund 15 Meter langer Krabbenkutter mit Heimathafen Wyk auf Föhr befindet sich etwa elf Kilometer westlich von Süderoogsand. Der nordfriesische Außensand liegt im Wattenmeer südwestlich von Pellworm. Nahe der Ansteuerungstonne zum Fahrwasser Schmaltief brauchen die Männer nun dringend Hilfe.
Kutter droht zu sinken
Kurz nach neun Uhr melden sie sich bei der deutschen Rettungsleitstelle See der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), dem MRCC Bremen. Noch kann die bordeigene Lenzpumpe den Wassereinbruch unter Kontrolle halten. Die Leitstelle alarmiert die Station Büsum. Der Seenotrettungskreuzer THEODOR STORM nimmt umgehend Kurs auf den Kutter, der den Rettern entgegenläuft.

Doch während sich die Schiffe einander nähern, verschärft sich die Lage weiter. Die Fischer melden erneut Wassereinbruch und sehen ihren Kutter nun in großer Gefahr. Zur Sicherheit schickt die Rettungsleitstelle auch die HERMANN MARWEDE von der Station Deutsche Bucht/Helgoland zum Einsatzort.
Seenotretter steigt über
Als die THEODOR STORM eintrifft, weht südöstlicher Wind mit Böen bis Stärke sechs. Bei etwa eineinhalb Metern Seegang steigt ein Seenotretter auf die „Eltje Looden“ über. Er bringt eine leistungsstarke Tauchpumpe und ein Lecksegel mit, das zum Abdichten von Schäden am Schiffsrumpf dienen kann. Mit der zusätzlichen Pumpe gelingt es, den Wasserstand im Kutter zu halten.
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Offenbar gelangt das Seewasser oberhalb der Wasserlinie durch eine undichte Kalfaterung ins Schiff. So nennen Seeleute die Abdichtung der Fugen zwischen den Holzplanken. Die genaue Ursache muss später untersucht werden. Die „Eltje Looden“ bleibt manövrierfähig und fährt mit eigener Maschine weiter in Richtung Büsum.
Rettungskreuzer sichern die Fahrt
Wenig später erreicht auch die HERMANN MARWEDE den Kutter. Ihr Tochterboot VERENA bringt einen zweiten Seenotretter und eine weitere Lenzpumpe an Bord. Diese dritte Pumpe muss jedoch nicht mehr eingesetzt werden: Die beiden bereits laufenden Pumpen reichen aus, um das Schiff schwimmfähig zu halten. In der zunehmend ruhigeren See lässt auch der Wassereinbruch nach.
Begleitet von beiden Seenotrettungskreuzern setzt der Kutter seine Fahrt fort. Gemeinsam mit der THEODOR STORM läuft er schließlich in den Hafen von Büsum ein und macht sicher an der Pier fest. Beide Fischer bleiben unverletzt. In Werft soll nun untersucht werden, wodurch das Leck entstanden ist...




























