Ar-Men, der Leuchtturm, von dem hier erzählt wird, ist eine Legende: viele Kilometer vor der bretonischen Küste, so weit wie kein anderer, steht er einsam und stolz in den Fluten des Atlantiks, auf einem schmalen Felsen, der nur bei Ebbe aus dem Wasser ragt. Und auch dieses Buch und sein Autor sind legendär: 1959 heuert der Schriftsteller Jean-Pierre Abraham auf Ar-Men als Wärter an und bleibt mit wenigen Unterbrechungen bis 1962 auf seinem Posten in der »Hölle der Höllen«, wie der Leuchtturm unter Seeleuten genannt wird.
Die Aufzeichnungen, die er dabei niederschreibt, erscheinen 1967 als Buch, das Buch macht ihn berühmt. In präzisen poetischen Bildern und kurzen, dichten Sätzen beschreibt es den Alltag unter Extrembedingungen, das Entzünden und Löschen des Feuers, das Warten der Maschinen, das Streichen der Wände, die kleinsten Verrichtungen, die nötig sind, um den Turm gegen das Wüten des Meeres zu verteidigen.
Es erzählt aber auch von der Einsamkeit inmitten der großen Leere, den Abenteuern der Selbsterforschung, den inneren Abgründen wie der Schönheit des Augenblicks. Es zeigt den Menschen im Ringen mit sich und der Natur, im Tosen und Toben der Elemente und im Erschrecken über die Stille, wenn der Sturm sich legt.
Ein Buch, das fasziniert. Wegen der Majestät des wilden Atlantiks, wegen des harten Lebens auf dem Leuchturm. Aber auch wegen der klaren, präzisen und doch so poetischen Sprache des Autoren Jean-Pierre Abraham, der dem Meer und der Bretagne bis zu seinem Tode im Jahr 2003 so verbunden war.
Sein Werk ist auch ein Zeitzeugnis über das Leben der letzten Leuchtturmwärter. 1990 wurde der Turm automatisiert und ist seither nicht bewohnt. Kaum denkbar, dass sich jemand dieses Abenteuer noch zutrauen würde.
Wir feiern dieses Buch - und haben es deshalb in den Buchladen vom Meer aufgenommen.