Schwarze Rauchsäulen über dem Hafen von Abu Dhabi – aufgenommen vom Balkon der Mein Schiff 4. Was als Orient-Kreuzfahrt begann, ist für Tausende Urlauber zu einer Krisensituation geworden. Laut Medienberichten schlugen am Sonntagmittag deutscher Zeit zwei iranische Drohnen in ein Lagerhaus auf dem nahe gelegenen Marinestützpunkt Al Salam ein.
Die Mein Schiff 4 liegt im Hafen Port Zayed in Abu Dhabi. An Bord befinden sich zahlreiche deutsche Gäste. Wie das Hamburger Abendblatt unter Berufung auf TUI Cruises berichtet, erhielten Passagiere einen Notfallalarm auf ihre Mobiltelefone und wurden angewiesen, sich umgehend ins Schiffsinnere zu begeben und Fenster zu meiden. Außendecks und Balkone wurden gesperrt. Dies deckt sich mit Informationen, die Reisende und Angehörige auf der Facebook-Seite von Ankerherz teilen.
Mehrere Kreuzfahrtschiffe betroffen
Neben der Mein Schiff 4 liegt auch die Mein Schiff 5 im Hafen von Doha (Katar). Zudem befinden sich laut Medienberichten weitere internationale Kreuzfahrtschiffe in der Region:
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MSC Euribia (MSC Cruises) in Dubai
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Celestyal Discovery (Celestyal Cruises)
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Celestyal Journey (Celestyal Cruises)
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Aroya (Aroya Cruises)
Insgesamt liegen sechs Kreuzfahrtschiffe in Dubai, Abu Dhabi und Doha fest. Reedereien haben Reisen abgesagt oder unterbrochen.
Heimreise derzeit nicht möglich
Die Schiffe bleiben vorerst in den Häfen. Grund sind Luftraumsperrungen sowie Angriffe auf Flughäfen in der Region. Der reguläre Flugverkehr ist eingeschränkt oder ausgesetzt; Die Airline "Emirates" etwa hat Flüge gestrichen.
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Auch eine kurzfristige Ausfahrt gilt als problematisch: Eine Passage durch die Straße von Hormus wäre erforderlich – ein strategisch sensibler Seeweg, der nur wenige Kilometer von der iranischen Küste entfernt verläuft und aktuell gesperrt ist. Bei der Weiterfahrt würde es dann durchs Rote Meer gehen - Huthi-Terroristen haben dort mit Angriffen auf Schiffe gedroht.
Lage an Bord
Nach Angaben von TUI Cruises, zitiert vom Hamburger Abendblatt, befinden sich alle Gäste planmäßig an Bord der Schiffe. Der Hotelbetrieb läuft grundsätzlich weiter, die Versorgung sei sichergestellt.
Passagiere berichten laut Medien von Luftalarm, Detonationen in der Ferne und angespannter Stimmung. Gleichzeitig wird die Organisation an Bord gelobt: Familien konnten Bedarfe für Babynahrung, Windeln oder spezielle Medikamente melden, um Vorräte aufzustocken. Der Kapitän informiere ruhig über die Lage und stehe im Austausch mit der Deutschen Botschaft.
Reisen abgesagt – Orient-Routen vorerst gestoppt
Wie es weitergeht? Die Lage gilt als "dynamisch", verlässliche Prognosen zur Wiederaufnahme des Flugverkehrs oder zur Fortsetzung der Kreuzfahrten sind derzeit nicht möglich. Fest steht: Tausende Urlauber sitzen am Arabischen Golf fest – in einer Region, die sich binnen Stunden von einer Ferienkulisse zu einem militärischen Krisengebiet entwickelt hat.
Wir wünschen allen Reisenden und den Crewmitgliedern, dass sie sicher nach Hause zurückkehren. Und den Kapitänen gute Nerven in einer besonders herausfordernden Lage.


























