Der unter thailändischer Flagge fahrende Bulkcarrier (179 Meter lang, 30.193 dwt) befand sich rund elf Seemeilen vor der Küste Omans, als das Schiff nach Angaben der Reederei von zwei Projektilen getroffen wurde. Die Einschläge erfolgten im Achterschiff und im Maschinenraum. Es kam zu Explosionen und einem Feuer an Bord (Fotos: Royal Thai Navy).
Besatzung verlässt das brennende Schiff
Das Schiff war in Ballast von den Vereinigten Arabischen Emiraten unterwegs (für Laien: ohne Ladung). Nach dem Angriff musste ein Großteil der Besatzung das Schiff verlassen. 20 Seeleute gingen in ein Rettungsboot und wurden kurze Zeit später von Einheiten der Royal Oman Navy aufgenommen und an Land gebracht.
Drei Besatzungsmitglieder sollen zunächst an Bord geblieben sein. Nach Angaben des Eigners bestand die Sorge, sie könnten im Maschinenraum eingeschlossen sein. Andere Berichte deuten darauf hin, dass einzelne Crewmitglieder an Bord blieben, um bei den ersten Maßnahmen zur Sicherung des Schiffes zu helfen. Die Frage, was mit den drei Seeleuten geschah, ist also noch unklar.
Später meldete die britische Überwachungsstelle UK Maritime Trade Operations (UKMTO), dass das Feuer unter Kontrolle gebracht worden sei. Die thailändische Marine erklärte, sie koordiniere gemeinsam mit den Behörden in der Region die Rettungsmaßnahmen.
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Der Angriff auf die „Mayuree Naree“ gilt bislang als der schwerwiegendste Vorfall einer Serie von Zwischenfällen an nur einem Tag.
Nach Angaben von UKMTO meldeten auch andere Schiffe Treffer:
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Der Containerschiff „One Majesty“ (79.443 dwt), im Besitz von NYK und betrieben von Ocean Network Express (ONE), wurde rund 25 Seemeilen nordwestlich von Ras al-Khaimah getroffen. Das Schiff erlitt ein etwa zehn Zentimeter großes Loch im Rumpf und lief anschließend einen sicheren Ankerplatz an.
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Der Bulkcarrier „Star Gwyneth“ (82.790 dwt) meldete ebenfalls einen Treffer durch ein unbekanntes Projektil, etwa 50 Seemeilen nordwestlich von Dubai.
Iranische Revolutionsgarden erklärten später, auch das Containerschiff „Express Rome“ (122.961 dwt) angegriffen zu haben. Das Schiff liege nach aktuellen AIS-Daten zusammen mit vielen anderen Frachtern nordöstlich von Dubai vor Anker.
Iran verlangt Genehmigung für Passage
Die Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) erklärten, die „Mayuree Naree“ habe Warnungen ignoriert und versucht, ohne Genehmigung durch die Straße von Hormus zu fahren. Teheran hatte zuvor angekündigt, dass internationale Handelsschiffe die Passage nur nach vorheriger Genehmigung antreten sollten. Schiffe mit Verbindungen zu den USA oder Israel sowie Tanker mit entsprechender Ladung bezeichnete der Iran ausdrücklich als „legitime Ziele“.
Das U.S. Central Command (CENTCOM) veröffentlichte am Mittwoch eine ungewöhnlich deutliche Warnung. Demnach nutze das iranische Regime zivile Häfen entlang der Straße von Hormus für militärische Operationen. Zivilisten in Iran wurden aufgefordert, Hafenanlagen zu meiden, an denen iranische Marinekräfte operieren.
Gleichzeitig meldete das US-Militär, seine Angriffe auf kleinere iranische Boote, die zum Minenlegen in der Straße von Hormus eingesetzt werden könnten, ausgeweitet zu haben.
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