23/09/26

Rechtsextremer beschädigt Schlauchboot während Rettungsaktion

Unglaubliche Bilder im Ärmelkanal: Während einer laufenden Rettungsaktion hat ein Rechtsextremer versucht, ein Schlauchboot zu beschädigen und zu versenken. Im Boot war noch ein französischer Seenotretter. Kurz zuvor waren 36 Menschen in Sicherheit gebracht worden. Die englische Polizei ermittelt.
Rechtsextremer beschädigt Rettungsboot im Ärmelkanal

Die Bilder sind unglaublich: Während eines laufenden Rettungseinsatzes im Ärmelkanal versucht der rechtsextreme Aktivist Daniel Thomas (der sich "Danny Tommo" nennt), ein Schlauchboot zu zerstören. Ein Rettungshelfer befindet sich noch an Bord, als Thomas mit einem Messer mehrfach in die aufblasbare Bordwand sticht und sie aufschlitzt. Dies belegen Videoaufnahmen, die er selbst gestreamt hat.

Es handelt sich um das Boot der geretteten Menschen, nicht um ein Rettungsboot der RNLI. Der Helfer war eingestiegen, um das inzwischen geräumte Schlauchboot zu sichern. Die Polizei von Hampshire und der Isle of Wight hat bestätigt, dass sie Ermittlungen aufgenommen hat. 

Das Schlauchboot war am Montag nahe des Fischerorts Port-en-Bessin an der Küste der Normandie in Frankreich gestartet. Nach mehr als 36 Stunden auf See schickte die britische Küstenwache zwei Rettungsboote der RNLI. Sie sorgte sich um den Zustand der Menschen an Bord und befürchtete, das Schlauchboot könnte versagen.

Die Seenotretter nahmen die Passagiere auf und übergaben sie anschließend an ein Schiff der britischen Grenzschutzbehörde. 51 Menschen erreichten am Mittwochmorgen den Hafen von Dover. Eine Sicherheitsmaßnahme, denn Thomas  Gründer der Gruppe „Patriot Platform“ - hatte die Rettung mit seinem eigenen Boot verfolgt.

Gewaltsame Proteste an Land

Nach seinem Aufruf in den sozialen Medien versammelten sich in Gosport an der englischen Südküste Demonstranten, weil sie dort die Ankunft der geretteten Menschen erwarteten. Bei Auseinandersetzungen an Land nahm die Polizei sechs Personen fest.

Die RNLI betont in einem offiziellen Statement erneut, dass ihre Besatzungen Menschen in Seenot unabhängig von deren Herkunft retten. Über Einreise und Asyl entscheiden anschließend die zuständigen Behörden. In den vergangenen Wochen waren freiwillige Seenotretter beleidigt und körperlich attackiert worden. Dazu lest Ihr mehr HIER im Ankerherz Blog.

Vorbestraft wegen Kidnapping

Die Bilder vom Ärmelkanal führen zu emotionalen Debatten in den Kommentarspalten britischer Medien. Während seine Anhänger die Aktion feiern, fordern viele Kommentatoren, Thomas zu verhaften und dem Treiben seiner mit Sturmhauben vermummten Gruppe ein Ende zu setzen.

Thomas ist wegen der Entführung eines Mannes vorbestraft, den er verdächtigt hatte, ihm Drogen gestohlen zu haben. Er muss sich aktuell auch wegen Ausschreitungen im Hafen von Dover vor Gericht verantworten.

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