Kreuzfahrten auf der Nordsee haben in den stürmischen Wintermonaten ihren ganz eigenen Reiz. Sie bergen aber auch Risiken. Wer zwischen Dezember und Februar unterwegs ist, muss damit rechnen, dass Stürme den Fahrplan durcheinanderbringen. Hafenstreichungen, Routenänderungen oder vorzeitige Rückkehr in einen sicheren Hafen gehören dann dazu.
Flucht vor Schneesturm Elli
Genau das erlebten in diesen Tagen die Passagiere des Kreuzfahrtschiffs AIDAnova. Eigentlich befand sich das Schiff auf der "Metropolentour" zu europäischen Hauptstädten. Doch mitten auf der Reise änderte der Kapitän den Kurs und steuerte das 337 Meter lange Kussmundschiff (maximale Kapazität: 6600 Passagiere) nicht wie geplant Richtung England. Auslöser war Schneesturm "Elli", der am Freitag weite Teile Norddeutschlands lahmlegte.
Um einer möglichen Sperrung der Elbe zuvorzukommen, entschied sich Deutschlands größte Kreuzfahrtreederei AIDA Cruises, die Reise vorzeitig zu beenden. Bei starkem Wind dürfen große Kreuzfahrtschiffe die Elbe nicht befahren – um den Fahrplan dennoch einzuhalten, wird der Sturm häufig „vorgezogen“.
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Statt von Cherbourg in Frankreich weiter nach Southampton zu fahren, nahm die AIDAnova mit hoher Geschwindigkeit Kurs auf Hamburg. Geplante Landausflüge nach London oder zu den Steinkreisen von Stonehenge und nach Salisbury wurden gestrichen.
Bereits am Donnerstagabend erreichte das Schiff die Elbmündung – deutlich früher als ursprünglich vorgesehen. Am Freitagmorgen lag es schließlich sicher vertäut am Kreuzfahrtterminal Steinwerder.
Passagiere dürfen an Bord bleiben
Für die Passagiere bedeutete das allerdings keinen abrupten Abbruch der Reise. Sie mussten nicht sofort von Bord, sondern konnten einen zusätzlichen Tag an Bord verbringen, bevor am Sonnabend der reguläre Gästewechsel ansteht.
Nicht nur die AIDAnova suchte Schutz im Hamburger Hafen. Seit Donnerstagmorgen liegt auch das Kreuzfahrtschiff Ambition der britischen Reederei Ambassador Cruise Line in der Hansestadt. Das Schiff ist von Tilbury bei London aus auf einer Kurzreise unterwegs und soll in Richtung Amsterdam auslaufen.
Ebenfalls in Hamburg befindet sich derzeit die MS Finnmarken von Hurtigruten, die zum Gästewechsel zwischen Reisen zum Nordkap festgemacht hat. Mit Längen von 216 Metern bei der Ambition und 138,5 Metern bei der MS Finnmarken gelten beide Schiffe als zu klein, um von einer möglichen Elbsperrung betroffen zu sein.



























