Ein Zwischenfall im Suezkanal hat den Schiffsverkehr kurzzeitig ins Stocken gebracht – und Erinnerungen an die Blockade durch die Ever Given im Jahr 2021 geweckt. Der unter panamaischer Flagge fahrende Bulkcarrier Xin Tai Yuan (75.413 dwt) meldete während der Durchfahrt einen technischen Defekt. Das 225 Meter lange Schiff, Baujahr 2001, war Teil eines Konvois aus Port Said und auf dem Weg nach Singapur.
Laut Angaben der Kanalbehörde (SCA) kam es im Bereich nördlich des Großen Bittersees – etwa bei Kilometer 87 – zu Problemen mit dem Ruder. In der Folge lief das Schiff auf Grund.
Vier Stunden Stillstand im Konvoi
Der Vorfall hatte Auswirkungen auf den Verkehr im Kanal: Der südwärts fahrende Konvoi musste für rund vier Stunden gestoppt werden. Insgesamt waren an diesem Tag etwa 50 Schiffe mit einer Gesamttonnage von rund 2,2 Millionen Tonnen im Suezkanal unterwegs.
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Die Suez Canal Authority schickte vier Schlepper zur Unglücksstelle. Darunter befand sich auch der moderne Hochleistungsschlepper Azm 2 mit einem Pfahlzug von 90 Tonnen. Gemeinsam gelang es den Einheiten, den Frachter zurück in die Fahrrinne zu ziehen.
Anschließend wurde die Xin Tai Yuan in den Großen Bittersee eskortiert, wo eine technische Inspektion und eine Untersuchung des Rumpfes erfolgen sollten. Sollte kein Schaden festgestellt werden, sollte das Schiff seine Passage am Ende des Konvois fortsetzen.
Sensible Lage auf globalen Handelsrouten
Der Zwischenfall ereignete sich in einer Phase, in der der Suezkanal besonders im Fokus der globalen Schifffahrt steht. Analysten betonen die zentrale Bedeutung der Route – nicht zuletzt, weil der Straße von Hormus nach den Drohungen des Iran derzeit nur stark eingeschränkt passierbar ist.

Trotz geopolitischer Spannungen und einzelner Vorfälle blieb das Verkehrsaufkommen im Suezkanal zuletzt relativ stabil. Anfang März passierten laut Kanalbehörde an einem Tag 56 Schiffe mit 2,6 Millionen Tonnen Gesamttonnage die Wasserstraße. In den Tagen davor waren es sogar 100 Schiffe mit zusammen 3,8 Millionen Tonnen. Allerdings zeigen einzelne Tage – etwa der 25. März mit nur 39 Schiffen – auch, wie sensibel das System auf Störungen reagiert.



























