In diesem Augenblick geht es um Leben und Tod: Ein Rettungsboot der RNLI, die "Foresters Centenary", ist an einem Strand an der Ostküste Englands angelandet. An Bord sind Überlebende eines Frachters, der nicht durch einen Sturm auf der Nordsee in Seenot geriet, sondern aus der Luft angegriffen worden war.
Nordseeküste bei Sheringham, 9. Februar 1940, 12:15 Uhr. Die Coast Guard empfängt einen Hilferuf. Vor der Küste wird ein Schiff bombardiert! Der Krieg hat auch die zivile Schifffahrt erreicht. Ein starker Ostwind peitscht die See, halbe Sturmstärke, schlechte Sicht. Es sind Bedingungen, unter denen jede Ausfahrt zum Risiko wird.
Die Rettung der Boston Trader
Trotzdem lassen die Seenotretter das Motorrettungsboot Foresters Centenary aus Sheringham um 12.33 Uhr zu Wasser. Draußen auf See treffen die Retter auf ein offenes Boot. Darin befinden sich sieben Seeleute. Es ist die Besatzung der S.S. Boston Trader, registriert in Great Yarmouth. Das Schiff ist zuvor von deutschen Flugzeugen angegriffen worden – bombardiert und mit Maschinengewehren beschossen. Schwer beschädigt treibt es nun brennend auf den Wellen.

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Die Seenotretter versuchen zunächst mehr als die Rettung der Schiffbrüchigen. Sie fahren zur brennenden Boston Trader, in der Hoffnung, das Schiff vielleicht doch noch sichern zu können. Doch als sie ankommen, ist klar: Keine Chance.
Das Feuer hat den Frachter vollständig erfasst. Also konzentrieren sie sich auf das, was möglich ist: Die Leben der Seeleute zu retten.
Rettung am Strand
Sie nehmen die sieben Überlebenden an Bord und bringen sie an Land. Einige sind verletzt, werden sofort versorgt. Die Fotografie zeigt genau diese Momente – lokale Helfer, die mit anpacken und die Geretteten aufnehmen.
Zehn Tage später, am 19. Februar 1940, wird der Vorfall offiziell dokumentiert: Die Boston Trader ist angegriffen und in Brand gesetzt worden. Schließlich treibt das beschädigte Schiff nahe der Küstenstadt Cley next the Sea an die Küste. Die raue See löscht das Feuer. Am Ende kann der Frachter sogar geborgen werden.
Was bleibt, ist dieses Bild. Kein Pathos, keine Inszenierung. Nur Männer, die getan haben, was getan werden musste, unter Bedingungen, die wir uns heute kaum noch vorstellen können. Ein Foto, das stille Entschlossenheit dokumentiert.
Es ist nun Teil der Ausstellung in unserem maritimen Mini-Museum „Alter Tanzsaal“ – dem Verlagssitz von Ankerherz. Bei uns seht Ihr Schiffsmodelle, eine alte Galionsfigur und viele Drucke und Fotografieren. Wer das Meer mag, findet bei uns ein ideales Ausflugsziel im Süden Hamburgs... (MEHR DAZU)




























