13/08/25

Der Norden trauert um Seenotretter-Legende Wolfgang Gruben

Der Norden trauert um einen legendären Seenotretter. Im Alter von 84 Jahren ist Wolfgang Gruben aus Neuharlingersiel verstorben – ein Mann, der sein Leben dem Meer der Seenotrettung gewidmet hat. Seine Geschichten hat er in zwei Büchern von Ankerherz erzählt.
Der Norden trauert um Seenotretter-Legende Wolfgang Gruben

Geboren am 15. August 1940 in Neuharlingersiel, wuchs Wolfgang Gruben in einer Fischerfamilie auf. Mit 15 Jahren begann er seine Ausbildung auf dem Kutter „Seestern“, erhielt 1963 sein Kapitänspatent und fuhr hinaus – dorthin, wo Wind und Wellen das Leben bestimmen. Nach einigen Jahren in Emden kehrte er in den 1970er-Jahren zurück in den Heimathafen. 26 Jahre lang steuerte er als Kapitän, vor allem auf dem Inselversorger „Tilde“, für die Nordseebad Spiekeroog GmbH zwischen Festland und Insel.

Ein Leben für die Seenotrettung

Doch sein Herz schlug immer besonders für die Seenotrettung. Bereits mit 18 Jahren sprang er ein, damals auf Basis eines Handschlags, als ihn der damalige Vormann um Hilfe bat. 60 Jahre lang war Wolfgang Gruben freiwilliger Seenotretter, 20 Jahre davon als Vormann. Unzählige Male brachte er Segler, Motorbootfahrer oder Wattwanderer sicher an Land, wenn Wind und Wasser zur Gefahr wurden.

Foto aus Mayday: Wolfgang Gruben in Neuharlingersiel. (Bild: Enver Hirsch für Ankerherz)

1995 traf ihn ein Schicksalsschlag, der andere vielleicht vom Meer fortgetrieben hätte: Sein Bruder Bernhard, ebenfalls Seenotretter, kam bei einem Einsatz vor Borkum ums Leben (HIER liest Du die Geschichte). Doch Wolfgang Gruben machte weiter – aus Pflichtgefühl, aus Überzeugung, aus Liebe zur See. „Angst habe ich nicht. Wer Angst hat, darf nicht rausfahren“, sagte er einmal. 

Seine bewegenden Geschichte erzählte er in zwei Büchern mit Ankerherz. In "Orkanfahrt" geht es um die Nacht, als sein Bruder auf See blieb; in "Mayday" um einen Einsatz für fünf Teenager die er in letzter Sekunde vor der auflaufenden Flut von einer Boje rettete.

Bundesverdienstkreuz am Bande

Für sein Lebenswerk wurde er 2012 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Wolfgang Gruben war immer bescheiden, immer nahbar. Unvergessen ist auch das markante Tattoo aus seinem Unterarm. Es zeigt zwei ineinandergreifende Hände vor einem Sonnenuntergang.

Seine letzte Reise führt ihn nun hinaus auf die See, die ihn sein Leben lang begleitet hat. Die Seebestattung findet im engsten Familienkreis statt.

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