Am Freitagvormittag (19. September) gegen 11.40 Uhr setzte die Besatzung der knapp zwölf Meter langen Segelyacht über den internationalen UKW-Notrufkanal 16 einen Notruf ab. Das Boot befand sich zu diesem Zeitpunkt mit sechs Menschen an Bord rund neun Seemeilen – etwa 17 Kilometer – nordöstlich von Helgoland.
Drei Besatzungsmitglieder litten unter starker Seekrankheit! Besonders schlecht ging es einer etwa 35 Jahre alten Frau. Sie war stark geschwächt und zeigte Anzeichen einer Dehydrierung.
Schwer seekranke Seglerin vor Helgoland
Die deutsche Rettungsleitstelle See, das von der DGzRS betriebene Maritime Rescue Co-ordination Centre Bremen, alarmierte daraufhin die HERMANN MARWEDE und einen Rettungshubschrauber. (Ankerherz-Freunde kennen die HERMANN MARWEDE von Reisen auf den Roten Felsen - sie ist das Flaggschiff der Seenotretter.)
Der Hubschrauber erreichte die Segelyacht kurz vor dem Seenotrettungskreuzer. Bei westlichem Wind um sechs Beaufort und rund drei Meter hohen Wellen bewegte sich die Yacht jedoch so heftig, dass Notarzt und Notfallsanitäter nicht direkt auf das Boot abgewinscht werden konnten.
Zustand verschlechtert sich
Stattdessen setzte der Hubschrauber das medizinische Team auf der HERMANN MARWEDE ab. Inzwischen hatte sich der Zustand der Seglerin weiter verschlechtert. Trotz Wärme- und Wolldecken war die Frau stark unterkühlt.
Mit dem Tochterboot VERENA brachten die Seenotretter den Notarzt und den Notfallsanitäter zur Yacht. Unterstützung erhielten sie vom Notschlepper „Nordic“, der sich schützend gegen Wind und Wellen positionierte. In dessen Lee konnte die VERENA sicherer längsseits der Segelyacht gehen.
Nach der medizinischen Erstuntersuchung übernahmen die Seenotretter die 35-Jährige auf das Tochterboot. Der Transport zur HERMANN MARWEDE war angesichts des starken Seegangs "eine besondere Herausforderung", wie es im Einsatzbericht heißt.
Im Bordhospital des Seenotrettungskreuzers wurde die Behandlung fortgesetzt. Auf Helgoland übernahm schließlich der Landrettungsdienst die Patientin. Sie kam ins Inselkrankenhaus von Helgoland.
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