Meistens ist es wichtig, auch auf die vermeintlich kleinen Details zu achten, und wer das versäumt, läuft im Ergebnis mehr als eine Meile weit zum Parkplatz. So ist es passiert in unserem Urlaub.
Das Cottage, das ich buchte, ist ein altes Bauernhaus unter alten Bäumen und steht im Seven Sisters Country Park im Süden Englands. „Sieben Schwestern“ heißen die sieben berühmten Kreidefelsen nahe der Stadt Eastbourne, und die Gegend ist ein Naturparadies mit höchster Schutzstufe.
Das Haus an der Klippe
Autoverkehr ist im Seven Sisters Country Park ungefähr so gerne gesehen wie Geschlechtsverkehr im Hamburger Michel. Wer im Cottage unweit der Klippen wohnt, muss wandern. Stand auch so in der Beschreibung, die ich aber erfolgreich überlesen habe, vermutlich in der Begeisterung, dass das Haus noch verfügbar war.
Der Schrecken kam während der Anreise. An dieser Stelle wird die Urlaubslogistik einer großen Familie, sagen wir: interessant. Eine Autofahrt zum Haus hat die Parkverwaltung, der es gehört, gestattet. Eine! Die Mitarbeiterin der Parkverwaltung schloss das Tor des Zufahrtswegs für kurze Zeit auf. Der Rest muss zu Fuß erledigt werden.
Der Hund braucht ein eigenes Auto
Wer Familie hat, der nickt nun mitfühlend, wenn ich vier Kinder, Unmengen Nahrungsmittel für Pubertiere und eine ebenfalls notorisch hungrige Cane Corso Hündin namens Elli ins Spiel bringe. Der Hund allein benötigt eigentlich ein eigenes Begleitfahrzeug fürs Futter.
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Ich bin nicht sicher, ob ich das Cottage mit dem Wissen um die vielen Meilen zum Parkplatz gebucht hätte, aber nun muss ich sagen: Jeder Schritt war richtig. Seit ein K-Pop-Star ein Musikvideo auf den Klippen aufnahm, die auch in einer „Harry Potter“-Folge auftauchen und in Fernsehserien wie „Luther“, herrscht auf den Wegen des Naturparks touristischer Ausnahmezustand. Es wird voll am Klippenrand.
Ein Fuchs im Garten
Proteste gegen Massentourismus sind ein Thema dieses Sommers. Auf Mallorca kippen Protestierende Exkremente auf die Straßen. Amsterdam gibt viel Geld für Kampagnen auf, um Besucher abzuschrecken. In Nizza fährt der populistische Bürgermeister mit einem kleinen Boot los, um den Kapitän eines großen Kreuzfahrtschiffs zu beschimpfen. Und selbst auf den abgelegenen Lofoten wächst die Wut auf Gäste, die in Vorgärten kacken.
Zwischen koreanischen K-Pop-Fans, einer lauten italienischen Modeproduktion und vielen Reisebussen mit Indern und Chinesen liegt nun eine Schutzzone von knapp einer Meile. Unsere einzigen Nachbarn im Cottage sind Kühe, wilde Ponys, Dachse und Lerchen. Gestern Abend sah ich einen Fuchs durch den Garten huschen und war froh, dass Elli dieses Detail übersah.
Ich habe dem Fuchs zugeprostet mit dem Wissen, wie schwierig es war, das Bier hierherzuschleppen. Es fühlte sich gut an.





























