09/03/26

Seemann erleidet allergischen Schock weit draußen auf Nordsee

Weit draußen auf der Nordsee, fern von jedem Hafen, muss die Situation für den Seemann dramatisch gewesen sein: Eine schwere allergische Reaktion – und um ihn herum nichts als Meer, Dunkelheit und die Gewissheit, dass medizinische Hilfe viele Seemeilen entfernt ist. Dramatischer Einsatz für die Seenotretter.
Seenotrettungskreuzer Hermann Marwede in der Nacht

Der Kapitän eines Offshore-Versorgers meldete den Notfall in der Nacht auf Montag bei der von der DGzRS betriebenen Rettungsleitstelle See (Maritime Rescue Coordination Centre, MRCC) Bremen. Dort berieten die Einsatzleiter zunächst mit dem medizinischen Arbeitsplatz des MRCC über die Lage.

Allergischer Schock weit draußen

Ursprünglich plante man, den Patienten per Hubschrauber abzubergen. Doch die Wetterbedingungen an den möglichen Startpunkten ließen einen solchen Einsatz in dieser Nacht nicht zu. Was nun?

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Daraufhin alarmierte das MRCC Bremen den Seenotrettungskreuzer „HERMANN MARWEDE“, Flaggschiff der Seenotretter, das auf Helgoland stationiert ist. Die Insel liegt rund 75 Seemeilen (etwa 135 Kilometer) vom Einsatzgebiet entfernt.

Zur gleichen Zeit befand sich auch das Zollschiff „Borkum“ im Revier des Offshore-Versorgers. Dessen Besatzung bot sofort Unterstützung an. Sie hatten einen ausgebildeten Rettungssanitäter an Bord. Die „Borkum“ übernahm also den erkrankten Seemann und lief dem Seenotrettungskreuzer entgegen, der mit einem freiwilligen Seenotarzt aus Helgoland ausgelaufen war. Nun zählte jede Minute.

Zoll und Seenotretter arbeiten zusammen

Etwa 50 Seemeilen nordwestlich von Helgoland trafen sich die beiden Schiffe. Mit dem Tochterboot der „Borkum“ wurde der Patient auf den Seenotrettungskreuzer übergesetzt. Sein Zustand laut Einsatzbericht: ernst, aber stabil.

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Im Bordhospital der „HERMANN MARWEDE“ übernahm der Seenotarzt die weitere Behandlung während der Fahrt nach Helgoland. Gegen 3.30 Uhr erreichte der Kreuzer die Insel. Der Seemann wurde ins Inselkrankenhaus Helgoland eingeliefert.

So geht Solidarität auf See

Erleichtert wurde die dramatische Rettungsaktion durch ruhige See. Der Einsatz zeigt einmal mehr, wie wichtig Zusammenhalt auf See ist. Ohne die professionelle Kooperation und das Zusammenspiel der Retter hätte der Seemann die Nacht womöglich nicht überlebt...

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Bild des Beitrags: Der Seenotrettungskreuzer „HERMANN MARWEDE“ übernahm den erkrankten Seemann rund 50 Seemeilen nordwestlich von Helgoland. | Foto: Die Seenotretter – DGzRS / Zoll

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