30/01/26

Eisbrecher nach Hiddensee darf nur 20 Personen mitnehmen

Die Ostsee friert zu, die Fähre fällt aus – und Hiddensee ist plötzlich abgeschnitten. Nur ein Eisbrecher kämpft sich noch durch das Packeis. Für die Inselbewohner ist das momentan kein Wintermärchen...


Eismeer am Bodden

Seit Anfang der Woche ist die rund 1.000 Einwohner zählende Insel im Landkreis Vorpommern-Rügen nur noch mit dem Eisbrecher „Swanti“ erreichbar. Das Problem: Das Schiff ist eigentlich nicht für die Passagierbeförderung ausgelegt. Es sichert normalerweise die Fahrrinnen. Kein Linienverkehr, keine Touristenüberfahrt, kein Pendlerdienst.

Fähre „Vitte“ fällt aus

Auslöser der aktuellen Lage ist der Ausfall der Fähre „Vitte“. Sie wurde am Sonntag durch Eis beschädigt. Nach Angaben von Bürgermeister Thomas Gens wird das Schiff voraussichtlich bis zu zehn Tage nicht einsatzfähig sein. Damit brach die reguläre Verbindung abrupt weg.

Hiddensee im Winter

Die „Swanti“ übernahm daraufhin ausschließlich die Grund- und Notversorgung der Insel – so die ursprüngliche Vorgabe des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts (WSA). Personen durften nur in echten Notfällen mitfahren, etwa bei unaufschiebbaren Arztterminen.

Gutachten erlaubt begrenzte Mitnahme

Nun gibt es eine vorsichtige Entlastung. Nach einer Begutachtung durch einen Sachverständigen des WSA darf die „Swanti“ bis zu 20 Personen pro Fahrt mitnehmen. Das bestätigte Heiko Miraß (SPD), Staatssekretär für Vorpommern und das östliche Mecklenburg. Aktuell fährt der Eisbrecher die Insel bis zu dreimal täglich an.

Es bleibt jedoch eine Ausnahmeregelung unter Sicherheitsvorbehalt. Das Schiff ist kein Ersatz für eine Fähre, sondern eine Notlösung in einer besonderen Wetterlage.

Touristen müssen draußen bleiben

Für Urlauber ist die Situation eindeutig: Hiddensee ist derzeit faktisch nicht erreichbar. Das Schweriner Verkehrsministerium betont, dass die Sicherheit oberste Priorität habe und die Versorgung der Insel gewährleistet sei. Dass Gäste momentan nicht anreisen können, sei bedauerlich, aber unvermeidbar.

Wegen der besonderen Lage wurde auch die Polizeipräsenz auf Hiddensee verstärkt. Ein zweiter Beamter ist nun auf der Insel im Einsatz. Manche Insulaner erinnert die Situation an den Eiswinter 2010. Damals froren die Gewässer so stark zu, dass die „Vitte“ ebenfalls ausfiel – und Hiddensee zeitweise aus der Luft versorgt werden musste.

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