13/01/25

Havarierter Öltanker soll nach Dänemark geschleppt werden

Das Havariekommando hat den Einsatz für Öltanker "Eventin" für beendet erklärt. Das Schiff mit 100.000 Tonnen Öl an Bord soll nach Dänemark geschleppt werden. Gute Nachrichten gibt es für 24 frierende Seeleute an Bord.
Havarierter Öltanker soll nach Dänemark geschleppt werden - Ankerherz Verlag

Knapp 100.000 Tonnen Öl sind an Bord des Havaristen, auf dem es am Freitag einen "Blackout" gab, also einen Ausfall aller Systeme an Bord. Vom 274 Meter langen Schiff geht aktuell keine Gefahr mehr aus, nachdem es im Sturm mit vier Meter hohen Wellen auf den Liegeplatz vor Sassnitz geschleppt worden war. Und dies alles wenige Seemeilen vor der Küste von Rügen.

Das Havariekommando in Cuxhaven - zuständig für akute Gefahrenlagen - hat seinen Einsatz folglich beendet. Das Wasserstraßen- und Schiffahrtsamt Ostsee hat übernommen und ist verantwortlich, bis der Tanker deutschen Hoheitsgewässer verlassen hat.

Erleichterung der Retter

Gesamteinsatzleiter Jason Mühlstein und der Leiter des Havariekommandos, Robby Renner, bedankten sich bei allen Einsatzkräften: „Bei schwierigsten Wetterbedingungen haben wir bei diesem Einsatz erfolgreich und Hand in Hand mit unseren Partnern zusammengearbeitet. Wir möchten jeder und jedem einzelnen von Ihnen danken."

Weil es sich beim Öl an Bord um russisches Embargo-Öl handelt, durfte das Schiff nicht in einen deutschen Hafen geschleppt werden, etwa in Sassnitz oder Rostock. Der Tanker soll nach Skagen in Dänemark gebracht werden. Auch in Dänemark gilt das Embargo gegen russisches Öl. Daher ist eine Sondergenehmigung erforderlich. Sie soll im Laufe des Montags vorliegen.

Noch keine Ursache gefunden

Die Crew hat es bislang nicht geschafft, den Fehler zu finden, der für den "Blackout" verantwortlich war. Neben der Hauptmaschine sind auch die Hilfsaggregate ausgefallen. Deshalb konnte das Schiff auch nicht ankern - es wäre nicht möglich gewesen, die Anker hochzuziehen.

An Bord sind 24 Seeleute - und ohne Heizung und Strom ist es bitterkalt auf der Ostsee. Das Havariekommando hatte die Bundespolizei um Unterstützung gebeten. Eine Ärztin und ein Sanitäter gingen daher am Sonntag an Bord. Gute Nachricht: Kein Crewmitglied benötigt medizinische Unterstützung.

THW und Bundespolizei haben mit einem Helikopter mehrere Strommodulen und Heizlüfter auf das Schiff transportiert. Auch die Besatzung des Mehrzweckschiffs "Arkona" brachte frische Vorräte und Benzin für die Notstromgeneratoren - für die Seeleute eine gute Nachricht...

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