Um 6.40 Uhr am Montagmorgen setzte der Kapitän des Krabbenkutters „Neptun" aus Büsum den Notruf ab. Gut zwei Seemeilen nördlich von Cuxhaven, in Höhe der Tonne 30, saß sein Schiff fest. Auf der Sandbank „Spitzsand". Manövrierunfähig.
Vermutlich hatte sich eine Leine im Propeller verfangen. Der Kutter war auf die Untiefe getrieben, hatte aufgesetzt und kam nicht mehr frei. Jede Welle drückte das 21 Meter lange Fischereifahrzeug härter auf den Sandboden. Und mit jeder Minute stieg die Gefahr: Die ablaufende Tide schob das Schiff tiefer in die Sandbank. Selbst bei Hochwasser hätte die „Neptun" möglicherweise nicht mehr aus eigener Kraft entkommen.
Fischer stecken auf Sandbank fest
Der Kapitän meldete die Lage beim MRCC Bremen, der von der DGzRS betriebenen deutschen Rettungsleitstelle See. Von der Station Cuxhaven lief umgehend der Seenotrettungskreuzer HANS HACKMACK aus.

Was die Besatzung vorfand, war keine einfache Lage. Nordwestwind Stärke 6, Böen bis 49 km/h, dazu starker Ebbstrom, der jedes Manöver erschwerte. Die Seenotretter stellten eine Leinenverbindung zur „Neptun" her und begannen vorsichtig zu schleppen. Der Ebbstrom drückte dagegen. Doch die starke HANS HACKMACK zog den Kutter schließlich frei und brachte ihn ins tiefere Wasser.
Mit dem Freischleppen löste sich auch die Blockade am Propeller. Der Kutter war wieder fahrtüchtig. Die drei Fischer fuhren eigenständig nach Cuxhaven – begleitet von der HANS HACKMACK, die erst im Hafen die Seite der „Neptun" verließ. Alle drei Besatzungsmitglieder blieben unverletzt.

























