Bei dem Aufprall kam der Seemann Mark Angelo Pernia ums Leben. Er arbeitete am Bug der Solong und wurde nach Explosion und Feuer nicht mehr gefunden. Die übrigen 13 Besatzungsmitglieder des Containerschiffs sowie 23 Seeleute vom Tanker konnten von mutigen Einsatzkräften gerettet werden. Die Solong ging als Totalverlust verloren; der schwer beschädigte Tanker wurde verkauft und soll von einem neuen Eigentümer repariert werden.
Richter spricht von "Arroganz"
Der vorsitzende Richter Andrew Barker nannte Motins Darstellung der Ereignisse „äußerst unplausibel“ und den Unfall „vollständig vermeidbar“. Nach den Feststellungen des Gerichts war der Tanker über mehr als 30 Minuten auf Radar sichtbar. Dennoch habe Motin erst reagiert, als die Schiffe nur noch eine Seemeile voneinander entfernt waren. Weder habe er Fahrt reduziert noch einen Notstopp eingeleitet oder Alarm ausgelöst.
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Besonders schwer wog für das Gericht, dass Motin allein auf der Brücke war und ein System abgeschaltet hatte, das alle 30 Minuten eine Bestätigung der Wachsamkeit verlangt. Der Richter sprach von „Selbstzufriedenheit und Arroganz“ und attestierte Motin eine „konfrontative“ Haltung ohne erkennbare Reue.
Kapitän wird nie mehr zur See fahren
Die Verteidigung räumte Fehler ein, bestritt jedoch grobe Fahrlässigkeit und verwies auf eine angebliche Verwechslung der Bedienelemente und einen eingeschalteten Autopiloten. Die Staatsanwaltschaft hielt dagegen: Für einen erfahrenen Kapitän hätte der Fehler sofort erkennbar sein müssen.
Motin erklärte vor Gericht, seine Seefahrtskarriere sei beendet. Er wolle nie wieder zur See fahren.


























