24/03/25

Stefans Geschichten vom Meer: Mit der Romantika nach Norwegen

Mit der Romantika nach Norwegen. Stefans neue Folge der Geschichten vom Meer spielt diesmal auf See. Auf der Fähre der Holland-Norway Line...
Stefans Geschichten vom Meer: Mit der Romantika nach Norwegen - Ankerherz Verlag

Ich bin unglaublich gerne auf See. Was ich aber nicht genießen kann, sind Kreuzfahrten. Zumindest auf Schiffen, die mit Schweröl unterwegs sind, und das sind leider die meisten in der Flotte. Dass die Branche immer neue Rekordzahlen vermeldet, erstaunt doch. Kreuzfahrt in die Klimakrise, nicht mein Ding.

Mit der Fähre nach Norwegen

Fähren sind für mich eine Alternative. Sie verbinden Häfen, Menschen und Länder, sie transportieren Waren und sind bei fast jeder Windstärke unterwegs. Wenn ich an die alte Verbindung von den Sankt Pauli Landungsbrücken nach England denke, werde ich beinahe wehmütig. Wie großartig wäre es, in Hamburg einzusteigen und in Harwich auszusteigen?

Vor Kurzem probierte ich eine neue Verbindung aus, die Holland-Norway-Line (Anmerkung für Leser: Die Reederei ging leider - so toll sie war - wenige Monate später pleite. Wir liebten die erste Norway Lighthouse Tour, doch nachhaltig war sie leider nicht). Los geht es in Eemshaven, einer Industriebrache mit Nordsee-Anschluss, wo der Passagier zu Fuß in den Bauch der „Romantika“ spaziert. Von diesem Moment an beginnt der entspannende Teil, denn der ungewöhnliche Name hält, was er verspricht.

Gemütliche Fährfahrt

Die „Romantika“ – 193 Meter lang, mit Platz für bis zu 2500 Passagiere – erinnert an ein leicht in die Jahre gekommenes Kreuzfahrtschiff. Mit Restaurants, Cafés, einem Pub und eigenem Theater, betreut von einer freundlichen Crew. Vor allem mit vielen Plätzen auf den Decks. Und so saß ich stundenlang mit einem Kaffee in der Seeluft, sah den Leuchtturm von Borkum, den Mut des übersteigenden Lotsen und sehr viele Windräder.

Eine Fährfahrt ist eine gemütliche Angelegenheit. Stress kommt bei zwanzig Knoten Reisegeschwindigkeit nicht auf. Mit einem Buch abends dann in der Koje liegen, während der Schiffsmotor brummt: unbezahlbar.

Zu Besuch bei Kapitän Rolie

Als die Südküste Norwegens näherkam, durfte ich Kapitän Mark Rolie auf der Brücke besuchen. Rolie, Anfang 50, ein entspannter Seemann aus den Niederlanden, arbeitet seit vielen Jahren als Kapitän auf Fähren. Heftig sei es im Winter auf der Irischen See gewesen, wo sich im Sturm irrwitzig hohe Wellen aufbauen, erzählte der Käpt´n. Auch die Hafeneinfahrt von Hull, wo in der Schleuse weniger als ein halber Meter Platz an jeder Schiffsseite bleibt, war eine Herausforderung.

Rolie zirkelte die Romantika durch die Schären vor dem Hafen von Kristiansand. Leuchttürme kamen in Sicht, grüne Inseln, dann die Häuser der Stadt. Der Liegeplatz war von einem anderen Schiff belegt, und so wurde ich Zeuge, welche Nervenstärke ein Fährkapitän im Alltag braucht. Rückwärts einparken mit 198 Metern in einem engen Hafenbecken und dies bei Zeitdruck – das ist nicht jedermanns Sache.

Wenig später schlenderte ich durch den Fischmarkt von Kristiansand und dann weiter Richtung Posebyen, dem größten Stadtviertel mit alten Holzhäusern in Nordeuropa. Nach einem halben Tag Norwegen ging es zurück an Bord.

Eine kurze Reise für Romantika.

Stefan Kruecken, Verlagsleiter von Ankerherz. Foto: Ankerherz

 

Stefan Kruecken, Jahrgang 1975, leitet den Ankerherz Verlag. Vorher war er Polizeireporter für die Chicago Tribune und arbeitete als Reporter für Zeitschriften wie max, Stern und GQ von Uganda bis Grönland. 

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