09/02/26

"Sturm-Drama!" Die Beinahe-Katastrophe von Margate

Ein grauer Februartag, Sturm aus Nordost, schwere See – und plötzlich liegt ein 154 Meter langer Frachter dort, wo er niemals hätte sein dürfen: auf den Kreidefelsen vor Margate. Vor 30 Jahren spielte sich direkt vor den Augen der Küstenstadt ein Drama ab - das wie durch ein Wunder gut ausging... (Fotos: RNLI Margate)
Sturm-Drama vor Margate. Foto: RNLI Margate

„Storm drama“ titelten Englands Zeitungen – und die Überschrift war nicht übertrieben. Am 9. Februar 1996 Jahren erlebte die Küste von Margate einen Einsatz, der sich tief ins Gedächtnis der Beteiligten eingebrannt hat. Margate liegt an der Nordostküste der englischen Grafschaft Kent, direkt an der Nordsee, auf der Isle of Thanet. Eine traditionsreiche Hafenstadt mit langer Rettungsgeschichte.

Frachter treibt im Sturm auf Küste zu

Damals lag der 154 Meter lange Massengutfrachter Argus mit 19.332 Tonnen Tragfähigkeit auf Reede. Im Sturm begann das Schiff, seinen Anker zu schleppen. In Ballastfahrt – also ohne Ladung – boten die hohen Bordwände dem Wind eine große Angriffsfläche. Hinzu kam  der niedrige Wasserstand. Der Propeller konnte nicht richtig eintauchen - und die Crew konnte den Drift nicht stoppen.

Seemeile für Seemeile trieb die Argus auf die Küste zu. Schließlich lief sie bei fallendem Wasserstand vor The Lido in Cliftonville auf Kreidefelsen auf. Das Schiff blieb zum Glück aufrecht stehen und kippte nicht zur Seite. Doch natürlich begann ein großer Rettungseinsatz für Coast Guard und mehrere Stationen der RNLI. Ein Notschlepper namens Far Turbot wurde von Dover aus zum Havaristen beordert. Weil die Argus Diesel und Schmieröle an Bord hatte, stand auch das Umweltteam des Thanet Council in Bereitschaft.

„Es war surreal“, erinnerte sich später Peter Barker, damals Coxswain und Maschinist des Margate-Rettungsbootes.

"Es war surreal"

Der Frachter habe, bedingt durch seinen unbeladenen Zustand, hoch über dem kleinen Rettungsboot gethront – reglos, während die Crew des Lifeboats in flachem Wasser und schwerer See manövrierte. Aufgabe der Seenotretter war es, Präsenz zu zeigen, Lotungen rund um das Schiff vorzunehmen und mögliche Evakuierungsrouten auf der Leeseite zur Küste hin zu erkunden. Auch ein mögliches Übergeben einer Vorleine vom Schlepper wurde vorbereitet.

Besonders angespannt wurde die Lage, als ein Besatzungsmitglied der Argus am Heck abgelassen wurde, um Propeller und Ruder auf Schäden zu prüfen. Das Rettungsboot hielt dicht bei dem frei hängenden Mann Position. Eine Lebensversicherung, sollte er in die kalte Nordsee stützen.

Mit der Flut kam das Glück

Nachdem das Niedrigwasser passiert war, setzte die Flut ein und mit ihr auch das Glück. Die Flut drehte das Schiff, das Heck kam in tieferes Wasser. Die Argus konnte sich aus eigener Kraft freimachen. Der Propeller drehte, das Schiff bekam Vortrieb und arbeitete sich aus der Gefahrenzone heraus.

Nach Kontrollen und der Bestätigung, dass keine Umweltverschmutzung eingetreten war, durfte der Frachter seine Reise fortsetzen. Ziel: Antwerpen.

Für die freiwilligen Seenotretter endete der Einsatz mit der Rückkehr zur Station und in den Alltag. Für viele Menschen in Margate blieb dieser kalte, windige Februartag jedoch unvergessen. Wie knapp war Margate einer Katastrophe entgangen...

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