(Update: 7. Oktober, 20 Uhr). Zunächst hieß es, der Tanker sei mit Gasöl beladen. Später stellte sich heraus: Es handelt sich um Heizöl (Stooköl). Ein Stoff, der bei einer Havarie eine erhebliche Umweltgefahr darstellen kann.
Die niederländische Küstenwache reagierte sofort. Zwei Seenotrettungsboote der KNRM (Koninklijke Nederlandse Redding Maatschappij) und zwei Küstenwachthubschrauber wurden in den Einsatz geschickt Auch der Notschlepper „Multraship Protector“ (Foto), der sich bereits vorsorglich in der Nähe des Windparks befand, war schnell vor Ort.
"Extrem schwierige" Einsatzbedingungen
Zunächst versuchte die Crew der Eva Schulte, den Anker auszubringen, um die Drift zu stoppen. Wegen des Sturms und der bis zu fünf Meter hohen Wellen gelang dies zunächst nicht. Die Besatzung der „Multraship Protector“ versuchte, eine Schleppverbindung herzustellen. Die Einsatzbedingungen werden als "extrem schwierig" beschrieben.
Schließlich gelang das Manöver - in bucstäblich letzter Minute: Nach einer neuen Mitteilung der Kustwacht fehlten 0.6 Seemeilen zur Kollision, also 1,1 Kilometer. Das ist sehr wenig Distanz bei diesen Bedingungen im Sturm auf der Nordsee.
Mit Unterstützung des Rettungsbootes „Kitty Roosmale Nepveu“ konnte ein Schleppdraht sicher befestigt werden. „Unsere erste Priorität war es, den Tanker vom Windpark wegzuziehen“, teilt die niederländische Küstenwache mit.
Tanker auf sicherer Position
Gegen Mitternacht konnte der Tanker an eine sichere Position geschleppt werden. Die Lage wurde in der Nacht als "stabil" bezeichnet. Die Crew des Tankers schaffte es, den Defekt an der Hauptmaschine zu reparieren. Die Behörden erlaubten die Einfahrt in den Hafen von IJmuiden.
Die Eva Schulte ist 145 Meter lang, wurde 2010 gebaut und gehört zum deutschen Familienunternehmen Bernhard Schulte. Sie hatte am Samstagnachmittag den Hafen von Amsterdam verlassen – das Ziel wurde bislang nicht bekannt gegeben.

























