25/02/26

Trumps Hospitalschiff ist unterwegs - aber nicht nach Grönland

Einige Tage, nachdem US-Präsident Donald Trump angekündigt hatte, ein Lazarettschiff nach Grönland zu schicken, ist das Hospitalschiff USNS Mercy ausgelaufen – allerdings nicht in Richtung Nordatlantik. Nach Angaben aus den USA befindet sich das Schiff auf dem Weg zur Werft Vigor in Portland (Oregon). Dort geht es für sechs Monate ins Dock.
USNS Mercy auf See. Foto: Wikipedia Commons

Die Mercy verließ eine Werft in Mobile im Bundesstaat Alabama und nahm Fahrt auf. Bei ihrem üblichen Tempo würde die Reise nach Oregon – inklusive Transit durch den Panamakanal – mehr als 20 Tage dauern. Der Zeitplan passt exakt zum geplanten Docktermin, für den das US-Verteidigungsministerium rund 89 Millionen Dollar bereitgestellt hat.

Hospitalschiff fährt nicht nach Grönland

Die anstehende Dockung gilt als Teil eines umfangreichen Wartungsprogramms. Das Schiff hatte zuvor nur dringende Reparaturen erhalten, jedoch noch keine vollständige Fünf-Jahres-Inspektion. Das Schwesterschiff USNS Comfort befindet sich derzeit ebenfalls in einem Werftaufenthalt. Es steht laut Berichten nicht zur Verfügung.

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Die ganze Welt diskutierte also Trumps Ankündigung, versehen mit einem KI-generierten Foto. Und alles war ein großer Unfug.

Seit Samstag wurde die Bewegung der Mercy besonders genau verfolgt. Donald Trump hatte erklärt, seine Regierung werde ein „großartiges Hospitalschiff“ nach Grönland schicken, um sich um kranke Menschen zu kümmern, die dort angeblich nicht ausreichend versorgt würden. Als Illustration veröffentlichte er ein KI-generiertes Bild der Mercy.

US-Verteidigungsbeamte erklärten jedoch laut Wall Street Journal, dass bis Montag keine offiziellen Einsatzbefehle für das Schiff vorlagen.

Ablehnung aus Kopenhagen und Nuuk

Dänische und grönländische Behörden wiesen die Darstellung zurück. Nach ihren Angaben wird ein Lazarettschiff nicht benötigt. Als autonomes Gebiet des Königreichs Dänemark bietet Grönland seinen Einwohnern eine kostenlose Gesundheitsversorgung sowie kostenfreie Notfallbehandlung für Besucher.

Die Hintergründe von Trumps Ankündigung bleiben unklar. Eine mögliche Erklärung lieferte der grönländische Bauarbeiter Jørgen Boassen, der bei einem kulturellen Austausch mit dem Gouverneur von Louisiana, Jeff Landry, über Verbesserungen im Gesundheitswesen gesprochen haben soll. Landry bestätigte, dass er das Thema später an Trump weitergegeben habe – kurz darauf folgte dessen öffentliche Ankündigung. Boassen selbst erklärte, er habe dabei nicht an den Einsatz eines Lazarettschiffes gedacht.

Politischer Kontext: Grönland im Fokus Washingtons

Trump hatte in der Vergangenheit mehrfach Interesse an einer Übernahme Grönlands geäußert und argumentiert, die Insel sei von strategischer Bedeutung für die USA. Die Äußerungen führten wiederholt zu Spannungen mit Dänemark, obwohl die Vereinigten Staaten bereits weitreichenden militärischen Zugang zu dem Gebiet besitzen.



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