16/11/25

Bricht die gestrandete MSC Baltic III im Sturm auseinander?

Ein gestrandeter Containerfrachter, 207 Meterlang – und ein kleines Dorf am Rand der Welt, dessen Bewohner momentan jeden Sturm fürchten. Vor dem Dorf Lark Harbour in Neufundland liegt die MSC Baltic III schutzlos im Nordatlantik. Jeder Brecher bringt neue Schäden. Im Dorf wächst daher die Angst: Bricht das Wrack auseinander?
MSC Baltic III, Foto: Canadian Coastguard

Lark Harbour, ein Dorf an der wilden Küste von Neufundland. Seit dem 15. Februar liegt vor diesem beschaulichen Ort ein 207 Meter langes Problem. An diesem Tag verlor die MSC Baltic III – ein Containerriese mit einer Kapazität von knapp 2.500 TEU – die Maschinenleistung und trieb manövrierunfähig auf eine felsige Untiefe. Das Schiff war mit Hunderten Containern beladen.

Seeleute wurden gerettet

20 Seeleute an Bord hatten Glück im Unglück: Sie konnten trotz schwerer See in einer mutigen Rettungsaktion evakuiert werden. (Wir berichteten HIER im Ankerherz Blog, siehe Foto der Canadian Cost Guard). Nun sorgen sich die Menschen in der Region - denn das Schiff droht durchzubrechen.

Während der Stürme der letzten Wochen krachten meterhohe Wellen gegen den Stahl. Die MSC Baltic III hat weiter nachgegeben. Fotos zeigen deutlich einen Riss im Rumpf: Der Stahl hat sich mittschiffs nach oben gebogen, genau unter dem weißen „S“ des MSC-Schriftzugs.

"Tickende Zeitbombe"

Anwohner und Fischer schlagen Alarm. Eine Sprecherin der Fischereigewerkschaft FFAW sagte gegenüber dem Fernsehsender CBC: „Dieses Wrack ist eine tickende Umwelt-Zeitbombe.“ Ihre Sorge: Wenn der Rumpf endgültig bricht, gelangen Trümmer, Kunststoffe und Reststoffe ins Meer.

Nach dem jüngsten Sturm konnte die kanadische Küstenwache das Wrack wieder begutachten. Die Experten fanden strukturelle Schäden unter Deck, beschädigte Spanten und Schotten rund um einen Ballasttank. Der beauftragte Berger, T&T Salvage, untersucht das Schiff inzwischen komplett neu – selbst Teile des Bergungsmaterials, das das Meer einfach weggerissen hat.

In der Region wird Kritik am Tempo der Bergungsarbeiten laut. Mit dem Bau der dringend benötigten Zufahrtsstraße zur abgelegenen Felsenküste – sie ist unerlässlich, um schweres Gerät heranzubringen – wurde erst drei Monate nach der Havarie, im Mai, begonnen. Vor dem Frühjahr 2026 ist mit keiner vollständigen Bergung zu rechnen. Und die Sturmsaison hat gerade erst begonnen.

Eine gute Nachricht

Immerhin wurde der Großteil des Treibstoffs bereits abgepumpt und es gelang, Container vom Havaristen zu holen. Bis Ende Oktober spülten die Teams die letzten Reste aus den Bunkertanks. Die Menschen in Neufundland hoffen nun, dass der Havarist stabil bleibt - und die nächsten Stürme übersteht. 

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