Es war bereits dunkel über der Wismarbucht, als die Besatzung des Seenotrettungsbootes WOLFGANG WIESE ein kleines Licht über dem Wasser bemerkte. Etwa 50 Meter entfernt trieben zwei Menschen in der Ostsee. Sie klammerten sich an ein Zweierkajak, das bereits zu großen Teilen unter Wasser lag.
Für einen der beiden Schiffbrüchigen war die Situation lebensgefährlich.
Der Einsatz hatte am späten Samstagabend gegen 21 Uhr begonnen. Die von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) betriebene deutsche Rettungsleitstelle See, das Maritime Rescue Co-ordination Centre (MRCC) Bremen, erhielt die Meldung über ein gekentertes Kajak.
Kajakfahrer in Lebensgefahr
Das Boot sollte sich im Bereich des Fahrwassers zwischen der Insel Poel und Hohen Wieschendorf auf dem Festland befinden. Die Rettungsleitstelle alarmierte daraufhin die freiwilligen Seenotretter der DGzRS-Station Timmendorf/Poel. Mit der WOLFGANG WIESE liefen sie in das Suchgebiet.
Zu diesem Zeitpunkt war längst ein größerer Rettungseinsatz angelaufen. Neben den Seenotrettern suchten zwei Boote der Freiwilligen Feuerwehren Hohenkirchen und Boltenhagen, ein Boot des Wassergefahrenzugs Nordwestmecklenburg sowie das Schlauchboot „MV 3“ der Wasserschutzpolizei nach den Vermissten. Auch ein Rettungshubschrauber war im Einsatz.
Helden der See - Geschichten, die beeindrucken. HIER bestellen!
Gegen 21.45 Uhr trafen sich Seenotretter und Wasserschutzpolizei auf See, um das weitere Vorgehen abzusprechen. Dann machte die Besatzung der WOLFGANG WIESE die entscheidende Entdeckung. „Knapp 50 Meter vor uns sahen wir ein kleines Licht auf See“, berichtet Sven Kirsch, freiwilliger Seenotretter und Bootsführer der WOLFGANG WIESE.
Etwa eine Seemeile, knapp zwei Kilometer, vor Hohen Wieschendorf fanden die Einsatzkräfte einen Mann und eine Frau mittleren Alters. Beide klammerten sich an ihr gekentertes Zweierkajak. Das Boot lag bereits weitgehend unter Wasser. Seenotretter und Wasserschutzpolizisten zogen die erschöpften Menschen aus der Ostsee und begannen sofort mit der Erstversorgung.
Rettung in Wismarbucht
Besonders kritisch war der Zustand des etwa 55 bis 60 Jahre alten Mannes. Die Besatzung der WOLFGANG WIESE maß bei ihm nur noch 33 Grad Celsius Körpertemperatur. Ein deutliches Zeichen einer ausgeprägten Unterkühlung.
Die WOLFGANG WIESE nahm mit höchstmöglicher Geschwindigkeit Kurs auf den Anleger Hohen Wieschendorf. Dort standen bereits Rettungswagen und Notarzt bereit. Die Wasserschutzpolizei brachte die gerettete Frau ebenfalls sofort an Land. Im Hafen übernahm der Rettungsdienst die weitere medizinische Versorgung der beiden Schiffbrüchigen. Die Seenotretter bargen anschließend auch das Kajak.




























