Entlang der gesamten Ostsee mehren sich Berichte über Schiffe, die ohne Unterstützung nicht mehr vorankommen. Besonders betroffen ist der Golf von Finnland, dessen größter Passagierhafen Helsinki ist. Nach extrem kalten Temperaturen, die über Wochen andauerte, bildete sich dort ein großflächiges Eisfeld. Wenn Wind aufkommt, wird das Eis zusammengeschoben, verdichtet sich und blockiert das Fahrwasser.
Eisbrecher-Tour von Ankerherz
Wir haben die magische Eislandschaft vor Kurzem auf zwei Eisbrecher-Touren erlebt. Es war unglaublich schön und sehr kalt. Einen Erlebnisbericht dieser besonderen Reise liest Du HIER. Und falls Du 2027 mitkommen möchtest zur nächsten Eisbrecher-Tour, findest Du HIER alle Informationen.
Die finnische Verkehrsbehörde bestätigt, dass mehrere Frachtschiffe sowohl in internationalen Gewässern als auch in finnischem Hoheitsgebiet im Eis festgekommen sind. Im finnischen Teil des Golfs gilt die Wasserfläche inzwischen als vollständig zugefroren. Auch viele kleinere Buchten entlang der Küste sind dicht.
Größte Ausdehnung des Eises seit 15 Jahren
Nach regionalen Berichten hat die Eisdecke inzwischen rund 181.000 Quadratkilometer erreicht. Das liegt deutlich über dem 30-Jahres-Durchschnitt von etwa 141.000 Quadratkilometern und ist die größte Ausdehnung seit dem Winter 2010/2011. Damals erreichte das Eis im Maximum 309.000 Quadratkilometer bei einer Eisdicke von bis zu 70 Zentimetern.
Der Höhepunkt der Eissaison wird traditionell Anfang März erwartet. Zuletzt wurden steigende Temperaturen um den Gefrierpunkt gemeldet. Erst gegen Ende März dürfte sich die Schifffahrt normalisieren.
Starkes Küsteneis hatte in diesem Winter Auswirkungen auf Lieferketten in Deutschland. LNG-Anlandungen verzögerten sich, weil Eisbrecher zunächst die Zufahrt im Hafen Mukran auf Rügen freimachen mussten.
Im Golf von Finnland sind nach russischen Angaben über 80 Prozent der Fläche vereist, vielerorts mit 30 bis 40 Zentimetern Dicke. Schiffe ohne Eisklasse benötigen individuelle Eskorte. Selbst Einheiten der Eisklassen 1 und 2 müssen bei Eisstärken zwischen 0,4 und 0,55 Metern begleitet werden.
Russland aktiviert atomgetriebenen Eisbrecher
Der russische Staatskonzern Rosatom aktivierte sieben Eisbrecher, darunter den atomgetriebenen Eisbrecher Sibir. Das Schiff mit zwei Reaktoren und rund 60 Megawatt Leistung kann nach russischen Angaben einen etwa 33 Meter breiten Kanal ins Eis schneiden.
Wieder da: Hoody Seemann für Erwachsene und Kinder!
Hauptaufgabe der russischen Flotte ist die Eskorte von Tankern nach und von Primorsk. Mehrere 100.000-Tonnen-Tanker wurden bereits durch das Eis geführt. Aufgrund begrenzter Kapazitäten kam es jedoch zu Verzögerungen.
Finnland hat alle zehn staatlichen Eisbrecher im Einsatz. Offiziell heißt es, russische Einheiten unterstützten primär russische Schiffe im Golf von Finnland.



























