Dramatische Havarie im Sturm auf dem Atlantik. Zwei Containerreihen waren an Bord der Maria Francisca umgestürzt, mehrere Boxen wurden zerdrückt und andere hingen gefährlich über die Bordwand. Der Kapitän traf die Entscheidung: Schutz im Nothafen Vigo.
Das 192 Meter lange Schiff war in Lissabon ausgelaufen. In der Nacht geriet die Maria Francisca südlich von Aveiro in schweres Wetter. Hoher Seegang brachte das Schiff in starke Schlagseite; nach ersten Einschätzungen könnte es zu einem sogenannten „parametrischen Rollen“ gekommen sein – einer besonders gefährlichen Schiffsbewegung, bei der sich Rollbewegungen schlagartig aufschaukeln.
Dramatische Havarie auf Atlantik
Dieses Phänomen steht seit Jahren im Fokus internationaler Untersuchungen. Der World Shipping Council verweist darauf, dass ein besseres Verständnis des parametrischen Rollens bereits dazu beigetragen hat, die Zahl der jährlich über Bord gehenden Container zu senken. Ganz verhindern lässt sich dieses Risiko jedoch bislang nicht.
Nach Angaben der Behörden hatten sich an Bord der Maria Francisca Container mit Granit, Kakao und Palmöl verschoben. Eine nicht näher bezifferte Anzahl ging über Bord, andere kollabierten in zwei mittschiffs gelegenen Containerstapeln. Das Schiff verfügt über eine Kapazität von 1.829 TEU, darunter 150 Kühlcontainer; maximal 786 Container können an Deck gestaut werden.
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Der Hafen von Vigo koordinierte die Einfahrt des beschädigten Frachters am Abend des 15. Januar. Zwei Schlepper eskortierten das Schiff, ein Lotse unterstützte die Navigation in die Ría. Zusätzlich waren ein Hubschrauber und ein Küstenwachschiff im Einsatz. Vorsorglich wurden Ölsperren ausgelegt. Trotz der heiklen Lage verlief das Anlegemanöver ohne Zwischenfälle.
Niemand an Bord wurde verletzt
Der Frachter liegt weiterhin an der Pier. Derzeit wird analysiert, wie die umgestürzten und beschädigten Container gesichert, umgesetzt und entfernt werden können. Zudem sind technische Inspektionen sowie Prüfungen durch die Versicherer angekündigt.
Die Maria Francisca wurde 2004 gebaut und fährt unter portugiesischer Flagge. Das Schiff wird von der deutschen Reederei Held Shipping in Haren (Ems) gemanagt. Der Vorfall reiht sich ein in eine Serie von Zwischenfällen, bei denen Winterstürme vor Europas Küsten zu Containerverlusten und gefährlichen Situationen auf See führten.


























