12/03/26

Frachter von Hapag-Lloyd brennt nahe Straße von Hormus

Nahe der Straße von Hormus ist ein Containerschiff der Hamburger Reederei Hapag-Lloyd durch Splitter eines Geschosses beschädigt worden. An Bord brach ein Feuer aus.
Washington Express von Hapag Lloyd

Nach Angaben von Hapag-Lloyd, Deutschlands größter Reederei, wurde die „Source Blessing“ zwar nicht direkt getroffen, doch Projektil-Teile lösten einen Brand aus. Das Feuer griff zeitweise auch auf Bereiche des Maschinenraums über. Die Besatzung konnte das Feuer jedoch unter Kontrolle bringen. Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen niemand.

Der Vorfall ereignete sich nach Informationen des Branchenportals Seatrade Maritime gegen 2.20 Uhr Ortszeit, etwa 35 Seemeilen nördlich von Jebel Ali. Die britische Seesicherheitsbehörde UKMTO (United Kingdom Maritime Trade Operations) wurde über den Zwischenfall informiert. Eine genaue Schadensbewertung war zunächst schwierig.

Schiff liegt derzeit vor Anker im Golf

Die „Source Blessing“ wurde 2003 in Taiwan gebaut und fährt unter liberianischer Flagge. Betrieben wird das Schiff vom chinesischen Konzern Cosco. Laut Medienberichten ist der Frachter von Hapag-Lloyd an die dänische Reederei Maersk weiterverchartert.

Nach dem Zwischenfall ging das Schiff im nordwestlichen Teil des Persischen Golfs vor Anker. Vor Ausbruch der aktuellen Kampfhandlungen hatte die „Source Blessing“ Kurs auf den omanischen Hafen Sohar genommen.

Weitere Angriffe auf Tanker

Der Zwischenfall reiht sich in eine Serie von Angriffen auf Handelsschiffe in der Region ein. Am selben Tag gerieten zwei Öltanker im Persischen Golf in Brand.

Betroffen waren der unter maltesischer Flagge fahrende Tanker „Zefyros“ sowie die „Safesea Vishnu“ unter Flagge der Marshallinseln. Nach Angaben der irakischen Regierung wurde mindestens ein Mensch getötet, 38 ausländische Seeleute mussten von Rettungskräften geborgen werden. Berichten zufolge sollen kleine iranische Sprengstoffboote die Tanker angegriffen haben.

Die Flottenchef von Hapag-Lloyd, Frau Kapitänin Silke Lehmköster, hatte Ankerherz vor Kurzem ein Interview gegeben. Darin beschrieb sie den aktuellen Bordalltag auf den Frachtern, die im Persischen Golf wegen der Blockade der Straße von Hormus gefangen sind. Aus Furch vor Explosionen dürfen die Crews derzeit nicht die Decks betreten. MEHR DAZU.

Hinweis: Das Foto des Beitrags zeigt die 250 Meter lange „Source Blessing“, die früher „Washington Express“ hieß.

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