Auf unseren Ankerherz-Reisen - bei denen wir nur auf Fähren oder mit einem alten Dreimaster auf See sind - stehen viele von uns oft an der Reling und schauen fasziniert zu, wenn die Kapitäne ihre Schiffe im engen Hafenbecken manövrieren. Das wirkt manchmal fast spielerisch, ist aber immer Präzisionsarbeit. Oft bleiben nur wenige Meter Abstand zu Kai, Dalben oder anderen Schiffen. Wenn in einem solchen Moment ein technischer Defekt auftritt, bleibt kaum Zeit zu reagieren.
Genau das ist nun im südschwedischen Trelleborg passiert: Zwei große Ostsee-Fähren sind im Hafen zusammengestoßen.
Heftiger Zusammenstoß im Fährhafen
Die Fähren „Tinker Bell“ der Reederei TT-Line und die „Skåne“ der Stena Line krachten gegeneinander. Ein schwedischer Lastwagenfahrer filmte die Szene: Die „Tinker Bell“ läuft aus Richtung Ostsee in den Hafen ein und nähert sich der am Kai liegenden „Skåne“. Kurz vor der Kollision ertönt mehrfach das Typhon – offenbar ein letzter Warnversuch des Kapitäns.
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Dann prallt die Fähre gegen das andere Schiff.
Trotz des heftigen Aufpralls wurde niemand verletzt. Auf der „Skåne“ befanden sich zu diesem Zeitpunkt rund 130 Passagiere, die anschließend von Bord gehen mussten. An beiden Schiffen entstand erheblicher Sachschaden.
Technischer Defekt als mögliche Ursache
Nach ersten Angaben könnte ein technischer Defekt an der „Tinker Bell“ zu dem Unfall geführt haben. Das Schiff war gerade erst aus einer Werft in Danzig zurückgekehrt und befand sich auf dem Weg zurück in den Liniendienst. Passagiere waren deshalb nicht an Bord.
Die schwedischen Behörden haben Ermittlungen aufgenommen. Unter anderem sollen Taucher den Zustand der Schiffe und mögliche Schäden unter der Wasserlinie untersuchen.
Auswirkungen auf den Fährverkehr
Der Unfall hat auch Folgen für den Ostsee-Verkehr. Die „Skåne“ fällt nach Angaben von Stena Line vorerst aus. Damit ist die Verbindung Rostock – Trelleborg eingeschränkt. Aktuell bedient nur noch die Schwesterfähre „Mecklenburg-Vorpommern“ die Route.
Wann die „Skåne“ wieder eingesetzt werden kann, hängt von den Ergebnissen der Untersuchungen und dem Umfang der Reparaturen ab. Gleiches gilt für die „Tinker Bell“ von TT-Line, die normalerweise zwischen Travemünde und Trelleborg verkehrt.



























