Hat die Besatzung der Mega-Yacht von Tech-Milliardär Mark Zuckerberg (Facebook, Instragram u.a.) einen Hilferuf auf See ignoriert? Genau darüber wird nach einem Zwischenfall in einer einsamen Gegend von Alaska heftig diskutiert.
Einem rund 6,4 Meter langen Boot ging zwischen Petersburg und Juneau der Treibstoff aus. Per Funk wurde um Unterstützung gebeten. Die Hilfe kam schließlich von der „Wilderness Legacy“, einem kleinen Expeditionskreuzfahrtschiff. Dessen Besatzung änderte den Kurs, nahm das Boot in Schlepp, brachte es in die geschützte Farragut Bay und versorgte es dort mit Treibstoff.
So weit, so unspektakulär.
Doch dann wurde bekannt, dass sich ein anderes Schiff offenbar näher an dem havarierten Boot befand: die „Launchpad“, die 118 Meter lange Mega-Jacht von Meta-Gründer Mark Zuckerberg. Geschätzter Wert: rund 300 Millionen Dollar.
Ignorierte Zuckerbergs Yacht einen Hilferuf?
Nach Medienberichten soll die US-Küstenwache versucht haben, die „Launchpad“ anzufunken. Ohne Reaktion. Der weiter entfernte Kreuzer machte sich dagegen auf den Weg. Als dessen Kapitän seine Passagiere darüber informierte, dass die Mega-Yacht nicht reagiert habe, soll es nach Angaben von Augenzeugen laute Buh-Rufe an Bord gegeben haben.
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Vertreter von Zuckerberg dementieren die Darstellung: Sie erklären, die Crew der „Launchpad“ habe den Hilferuf keineswegs bewusst ignoriert. Die Besatzung habe auf einer anderen Funkfrequenz gearbeitet und die Anfrage deshalb zunächst nicht mitbekommen. Erst später sei sie auf den Vorfall aufmerksam geworden - und zu diesem Zeitpunkt sei die „Wilderness Legacy“ bereits unterwegs gewesen.
Dies deckt sich allerdings nicht ganz mit AIS-Daten. Sie zeigen, dass die „Launchpad“ in der Nähe zunächst ihre Fahrt verlangsamte oder stoppte. Erst nachdem sich die „Wilderness Legacy“ auf dem Weg zu dem kleinen Boot befand, setzte die Jacht ihre Fahrt fort. Zuckerberg selbst und seine Frau Priscilla Chan sollen während des Zwischenfalls nicht an Bord gewesen sein.
Seerecht verpflichtet zu Hilfe auf See
Im Netz wird darüber spekuliert, ob die „Launchpad“ möglicherweise gegen internationales Seerecht verstoßen habe. Grundsätzlich gehört die Pflicht zur Hilfeleistung gegenüber Menschen in Seenot zu den zentralen Regeln der Seefahrt. Nach Angaben der US-Küstenwache handelte es sich nicht um einen klassischen Seenotfall und auch nicht um einen „SOS“- oder Mayday-Ruf. Das Boot hatte keinen Treibstoff mehr, seine Besatzung befand sich jedoch offenbar nicht in unmittelbarer Lebensgefahr.
Die Küstenwache verbreitete deshalb eine Bitte um Unterstützung. Nachdem die „Wilderness Legacy“ die Hilfe übernommen hatte, bestand für andere Schiffe kein unmittelbarer Anlass mehr einzugreifen. Ein klarer Verstoß gegen internationales Seerecht? Dies lässt sich der Crew der „Launchpad“ - mit jetzigem Kenntnisstand - nicht vorwerfen. Dennoch bleibt ein "Geschmack" zurück:
Ein kleines Boot brauchte Hilfe. Die Mega-Jacht eines der reichsten Männer der Welt war ganz in der Nähe. Geholfen hat jemand anderes...




























