Mayday in der Irischen See - und ein zehnstündiger Einsatz, der den freiwilligen Rettern alles abverlangte: Ein allein reisender Segler war mit seiner Yacht auf dem Weg von Douglas auf der Isle of Man nach Whitehaven an der englischen Küste, als der Motor und weitere wichtige Ausrüstung ausfielen.
Das Boot war damit weitgehend manövrierunfähig und trieb in Richtung des Morecambe-Bay-Gasfeldes. Die Offshore-Anlagen liegen südlich der Isle of Man. Rund um die Förderplattformen gelten Sicherheitszonen, da eine Kollision für ein kleines Boot ebenso wie für die Anlagen schwerwiegende Folgen haben könnte. Eine gefährliche Situation!
Einsatz auf der Irischen See
Um 23.24 Uhr am Sonntag, 26. Juli 2026, alarmierte die britische Küstenwache die Seenotretter von Lytham St Annes. Nur zwei Minuten später wurden die freiwilligen Besatzungsmitglieder angefunkt. Nach einer kurzen Lagebesprechung ließ Vormann Vinny Pedley das Allwetterrettungsboot „Barbara Anne“ auslaufen.
Vor der Mannschaft lag eine Fahrt von rund 22 Seemeilen, etwa 41 Kilometern. Die Bedingungen verschlechterten sich rasch. Bald erreichte der Wind Stärke sieben, in Böen sogar Sturmstärke acht. Für den Mann auf der kleinen Yacht wurde die Lage immer gefährlicher. Das Boot rollte und stampfte in der schweren See. Mehrfach wurde der Segler beinahe über Bord geschleudert.
Segler in Lebensgefahr
Als Erstes erreichte das 58 Meter lange Sicherungsschiff „Grampian Fortress“ die Yacht. Es befand sich ohnehin im Bereitschaftsdienst an den Gasplattformen. Wegen seiner Größe konnte das Schiff dem Segler in der aufgewühlten See jedoch kaum unmittelbar helfen. Die Besatzung versuchte deshalb, die Yacht so gut wie möglich gegen Wind und Wellen abzuschirmen.
Als die „Barbara Anne“ schließlich eintraf, türmten sich die Wellen bis zu fünf Meter hoch auf. Gleichzeitig war die Yacht bedrohlich nahe an die Offshore-Anlagen herangetrieben. Nach Angaben der RNLI trennten sie nur noch etwa 185 Meter von den Plattformen.
Fünf Meter hohe Wellen
Für ein langes oder vorsichtiges Manöver blieb keine Zeit. Die Seenotretter mussten sofort eine Schleppverbindung herstellen und die Yacht aus dem Gefahrenbereich ziehen. Der Segler kämpfte sich auf das Vorschiff. Auch dabei drohte er erneut, von den heftigen Bewegungen des Bootes ins Meer geschleudert zu werden. Dennoch gelang es ihm, die von der „Barbara Anne“ übergebene Schleppleine zu befestigen.
Das Rettungsboot nahm die Yacht daraufhin auf den Haken und zog sie von den Gasplattformen fort. Erst als ausreichend Abstand gewonnen war, konnte die Besatzung Kurs auf Fleetwood nehmen. Der Schleppverband kam wegen der hohen Wellen und des starken Windes nur langsam voran. Mehr als fünf Stunden (!) dauerte die Fahrt bis zur Mündung des Flusses Wyre. Gegen 10 Uhr am Montagmorgen waren der Segler und sein Boot schließlich im sicheren Hafen.
Der Einsatz auf See hatte zu diesem Zeitpunkt mehr als zehn Stunden gedauert.




























