Nach bisherigen Erkenntnissen Kurz rammte das 11,5 Meter lange Segelboot das Feuerschiff etwa eine Seemeile vor dem Hafen. Der Mast des Segelboots brach dabei unter voller Besegelung. Zum Glück blieben die zweiköpfige niederländische Besatzung, ein Mann und eine Frau, beim Unglück körperlich unverletzt.
Die Besatzung des Museumsschiffs alarmierte sofort die umliegende Schifffahrt über den internationalen Not- und Anrufkanal UKW 16. Seenotrettungskreuzer HERMANN MARWEDE der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) und das Beiboot des WSV-Mehrzweckschiffs „Neuwerk" liefen sofort aus.
Kollision vor Helgoland
Ein Sanitäter der „Neuwerk" stieg als Erster auf das manövrierunfähige Segelboot über. Er meldete: keine Verletzten. Anschließend sicherte ein Maschinist der HERMANN MARWEDE das Boot. Das Tochterboot VERENA stellte eine Schleppverbindung her und brachte das Segelboot in den Hafen von Helgoland. Dort wurden die beiden Niederländer von Freunden in Empfang genommen.

Hintergrund: Die „Bürgermeister O'Swald II" wurde zwischen 1941 und 1948 auf der Meyer Werft in Papenburg gebaut und am 9. November 1948 erstmals in der Elbmündung ausgelegt. Das Schiff lag auf Position Elbe 1, 15 Seemeilen vor Cuxhaven, wo die Schiffe von See kommend das Fahrwasser der Elbe ansteuern. Im April 1988, nach 40 Jahren Einsatz, quittierte die „Rote Lady" den Dienst. Im Juni 1990 wurde das Schiff als Museumsschiff eröffnet.
Feuerschiff wurde fünfzig Mal gerammt
Während seiner 40-jährigen Dienstzeit wurde das Schiff über fünfzigmal von anderen Fahrzeugen gerammt (!) und gilt als das am häufigsten gerammte Feuerschiff Europas. Die schwerste Kollision ereignete sich 1970, als der argentinische Frachter Río Carcarañá das Schiff rammte. Trotz starkem Wassereinbruch konnte das Schiff sieben Monate später wieder auf seine Position zurückkehren.
Am 27. Oktober 1936 kenterte die Vorgängerin, die Bürgermeister O'Swald I, um 13.40 Uhr in einem schweren Orkan auf der Position Elbe 1. Alle 15 Besatzungsmitglieder fanden den Tod. Das Schiff versank im Mahlsand und konnte nie gehoben werden. Es war eines der schwerste Unglück in der Geschichte der Feuerschiffe weltweit. Wir haben dem tragischen Ereignis ein eigenes Kapitel im "Kleinen Buch vom Meer: Leuchttürme" gewidmet. Wer sich für Feuerschiffe und Leuchttürme interessiert, wird das Buch mögen.
Quellen: DGzRS, eigene Recherche, Ankerherz Archiv


























