15/05/26

Toter Buckelwal vor dänischer Insel Anholt angespült

Vor der dänischen Insel Anholt ist ein toter Wal gesichtet worden. Dänische Medien spekulieren: Handelt es sich um den Buckelwal, der in Niendorf und vor der Insel Poel gestrandet war und dessen Rettung wochenlang die deutsche Öffentlichkeit beschäftigte?
Insel Anholt Dänemark

Anholt ist eine der einsamsten Inseln Dänemarks: eine kleine, karge Insel mitten im Kattegat, dem Meeresgebiet zwischen Dänemark und Schweden, das Nord- und Ostsee verbindet. Rund 40 Kilometer von der jütländischen Küste entfernt, kaum 150 Einwohner, größtenteils Naturschutzgebiet. Hier ist nun ein toter Wal gesichtet worden.

Ein Aufseher der dänischen Naturschutzbehörde auf Anholt, bestätigte gegenüber dem TV-Sender TV2, dass es sich vermutlich um einen gestrandeten Buckelwal handelt. „Er ist ziemlich groß. Wenn man ihn mit einem Fernglas betrachtet, kann man erkennen, dass er 10 bis 15 Meter groß ist", so Morten Abildstrøm. Der Meeressäuger soll etwa 75 Meter vom Ufer entfernt liegen.

Vermutlich ein Buckelwal

Auf Fotos, die in dänischen Medien kursieren, ist deutlich zu sehen, dass das Tier keine gesunde Haut mehr hat. Das Tier sei vermutlich schon länger tot, berichtet das Boulevardmedium Ekstra Bladet. Laut TV2 machten sich mehrere Schaulustige auf den Weg zum Strand, um einen Blick auf den Kadaver zu werfen.

Die dänische Umweltschutzbehörde warnt ausdrücklich davor, sich dem Wal zu nähern. Das Tier kann Krankheiten übertragen, und da sich in einem toten Wal Gase ansammeln, besteht zudem eine reale Explosionsgefahr.

Bei Niedrigwasser soll am Freitag versucht werden, eine Gewebeprobe zu entnehmen – die einzige Möglichkeit, mit Sicherheit zu klären, ob es sich tatsächlich um den Buckelwal handelt, der in Deutschland "Timmy" oder "Hope" genannt wird.

Kein Signal mehr seit Sonntag

Auch die Wal-Initiative tappt derzeit im Dunkeln. Am 2. Mai war der Buckelwal, der zuvor auf der Insel Poel bei Wismar gestrandet war, rund 70 Kilometer vor Skagen im Skagerrak in die Nordsee unter unbekannten Umständen entlassen worden. Skagen liegt an der äußersten Nordspitze der dänischen Halbinsel Jütland. Anholt liegt von dort aus südöstlich im Kattegat: Ein Wal, der von Skagen aus mit Strömung und Wind treibt, könnte diese Gewässer durchaus erreicht haben. Seitdem fehlt jede Spur.

Der Buckewal war zwar angeblich mit einem Tracker ausgestattet worden, doch der funktionierte von Anfang an nicht richtig und lieferte keine verlässlichen Positionsdaten. Immerhin sandte das Gerät noch andere Signale – bis Sonntag. Seither: Stille. Es gab deshalb Streit. Umweltminister Till Backhaus (SPD) kündigte an, rechtliche Schritte gegen die Rettungsinitiative prüfen zu lassen.

Eine Rettungsaktion, die wir nie uneingeschränkt unterstützt haben

Wir von Ankerherz haben die gesamte Rettungsaktion von Beginn an kritisch begleitet – und das nicht ohne Grund. Die Aktion war von Anfang an hoch umstritten, und Experten vom Deutschen Meeresmuseum, Greenpeace und Sea Shepherd bemängelten, dass eine ausreichende wissenschaftliche Begleitung fehlte. Und dass der schwer kranke Wal unnötig durch Lärm und Stress gequält wurde.

Ein Buckelwal, der in der Ostsee strandet, ist kein Fall für eine gut gemeinte, medial aufgeladene Rettungsaktion für ein paar Klicks auf Instagram, sondern ein komplexes biologisches und ethisches Problem, das Expertise, Datenlage und klare Kriterien erfordert. Fachleute. Nicht YouTuber.

Ob der Wal vor Anholt tatsächlich "Timmy" ist, soll nun eine Gewebeprobe klären (sk).

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