Das "Mayday" war kaum zu verstehen. Gegen 20.50 Uhr empfing Bremen Rescue Radio den Notruf, der bedeutet, dass sich Menschen auf See in unmittelbarer Lebensgefahr befinden. Es war eine polnische Yacht mit einer Familie an Bord. Das zwölf Meter lange Boot lag zu diesem Zeitpunkt rund drei Seemeilen, etwa 5,5 Kilometer, nördlich von Sassnitz. Die Nähe zur Steilküste des Nationalparks Jasmund erschwerte die Verständigung über Seefunk.
Wassereinbruch vor Rügen
Schließlich gelang es der Besatzung, ihre Notlage genauer zu schildern: viel Seewasser drang ins Boot ein, das zu sinken drohte. Die deutsche Rettungsleitstelle See, das Maritime Rescue Co-ordination Centre Bremen, alarmierte sofort den in Sassnitz stationierten Seenotrettungskreuzer „Harro Koebke“.
Von den Helden der See - HIER bestellen!
Die Segler konnten dem Rettungskreuzer noch entgegenfahren. Bereits etwa zehn Minuten später erreichten die Seenotretter den Havaristen. Das Tochterboot „Notarius“ ging längsseits der Yacht. Zu diesem Zeitpunkt standen die sechs Menschen an Bord bereits bis zu den Schienbeinen im Wasser der Ostsee.
Familie in Lebensgefahr
Die Seenotretter brachten eine leistungsstarke Lenzpumpe an Bord. Damit konnten sie zumindest ebenso viel Wasser nach draußen befördern, wie in das Boot eindrang. Die Lage stabilisierte sich. Anschließend nahm die „Notarius“ die Segelyacht in Schlepp und brachte sie sicher in den Stadthafen von Sassnitz. Dort übernahmen die Feuerwehren aus Sassnitz, Sagard und Glowe die weiteren Sicherungsarbeiten.
Alle sechs Menschen an Bord blieben unverletzt. Warum es zu dem starken Wassereinbruch kam, ist bislang nicht bekannt. Zum Zeitpunkt des Seenotfalls herrschten schwache Winde aus südwestlicher Richtung und ruhige See.



























