18/04/26

Frachter verschwindet in Taifun Sinlaku

Ein kleiner, unter US-Flagge fahrender Frachter ist im Westpazifik während eines schweren Sturms verschwunden. Wie die United States Coast Guard mitteilt, wird die „Mariana“ vermisst. Der Kapitän hatte versucht, den Ausläufern von Supertaifun Typhoon Sinlaku zu entkommen.
Taifun Sinlaku. Foto: NASA

Die „Mariana“, ein ursprünglich als Offshore-Versorger gebautes und später für Frachttransporte umgerüstetes Schiff, bedient normalerweise eine Route zwischen den Inseln Guam, Tinian und Saipan. Am Nachmittag des 11. April lief das Schiff mit sechs Besatzungsmitgliedern an Bord von Saipan aus. Statt auf der üblichen Strecke zu bleiben, nahm die „Mariana“ Kurs nach Norden. Offenbar wollte der Kapitän dem aufziehenden Taifun ausweichen.

Kapitän wollte Taifun entkommen

In den folgenden Tagen bewegte sich das Schiff zunächst in einem kreisförmigen Muster östlich der Inseln, bevor es seinen Nordkurs wieder aufnahm. Rund 140 Seemeilen nordwestlich von Saipan kam es dann zum Ausfall der Steuerbordmaschine. Die Besatzung meldete den Schaden. Einsatzleitung übernahm das Joint Rescue Coordination Center Honolulu. Es wurde ein regelmäßiger Funkkontakt im Stundentakt eingerichtet.

Am Mittwochabend brach der Kontakt ab. Weder per Funk noch über AIS ließ sich die „Mariana“ danach erreichen. Das letzte Signal wurde gegen 14 Uhr Ortszeit auf Position 17°25’ Nord, 145°08’ Ost registriert.

Suche wegen Extremwetter abgebrochen

Die US-Küstenwache entsandte daraufhin ein Suchflugzeug vom Typ HC-130J. Der Einsatz musste jedoch wegen extremer Wetterbedingungen abgebrochen werden. Ein neuer Suchflug ist geplant, sobald die Bedingungen es zulassen.

Supertaifun Sinlaku zog zur Wochenmitte über die Nördlichen Marianen hinweg. Der Sturm brachte orkanartige Böen, beschädigte Infrastruktur und führte zu großflächigen Stromausfällen auf den Inseln. Taifunstärke erreichte ein Radius von bis zu 250 Seemeilen um das Zentrum. Zwar schwächt sich das System inzwischen ab und zieht nach Nordosten ab, doch noch immer Warnungen für kleine Schiffe.

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