04/04/25

Le Have: Fahnder entdecken 800 Kilo Kokain auf Fischerboot

Am Einsatz in der Nacht beteiligten sich 100 Einsatzkräfte, Boote und Hubschrauber. Ein Frachter wurde gezwungen, Dunkerque anzulaufen. Ein wahrer Krimi...
Le Have: Fahnder entdecken 800 Kilo Kokain auf Fischerboot

Französischen Fahnder haben der Nähe von Le Havre ein Fischerboot mit rund 800 Kilogramm Kokain an Bord aufgestoppt. Acht Verdächtige – sechs Männer und zwei Frauen – wurden festgenommen. Das teilte die zuständige Staatsanwaltschaft in Rennes mit.

Die Drogen wurden zuvor von einem Frachter, der aus Brasilien kam und Kurs auf Amsterdam nahm, ins Meer geworfen. Die Ladung sollte von kleineren Booten aufgenommen und an Land gebracht werden. Die französischen Küstenwache fing den Frachter ab und zwang ihn zur Einfahrt in den Hafen von Dunkerque. Dort wurde die gesamte 22-köpfige Besatzung festgenommen und das Schiff gründlich durchsucht.

Großeinsatz in der Nacht

Dem Zugriff ging eine anderthalbjährige Ermittlungsarbeit voraus. Der nächtliche Großeinsatz umfasste rund 100 Einsatzkräfte, mehrere Patrouillenboote sowie einen Hubschrauber. Auch ein Schnellboot war Teil des kriminellen Netzwerks – es hatte die im Meer treibenden Drogenpakete eingesammelt und an das Fischerboot übergeben. 800 Kilo Kokain haben einen Straßenverkehrswert von mindestens 40 Millionen Euro.

Nordfranzösische Häfen – insbesondere Le Havre – zählen verstärkt zu den zentralen Umschlagplätzen für Kokain in Europa, neben Rotterdam und Antwerpen. Schmuggler nutzen zunehmend die sogenannte "Drop-Off-Methode", bei der Drogen während der Fahrt von Frachtschiffen ins Meer geworfen und später von kleineren Booten eingesammelt werden.

Tonnenweise Kokain am Strand

Diese Taktik birgt für die Schmuggler jedoch erhebliche Risiken: Vor knapp zwei Jahren wurden an den Stränden bei Cherbourg zwei Tonnen Kokain angespült – mutmaßlich Folge eines fehlgeschlagenen Transports. Auch an Deutschlands Küste wurden in den vergangenen Monaten immer wieder große Drogenmengen an Stränden angespült, beispielsweise auf Sylt und Amrum, aber auch auf Borkum (HIER liest Du die entsprechenden Meldungen).

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