04/06/25

Mayday: Fischer retten Familie aus Lebensgefahr auf der Außenweser

Mayday auf der Außenweser! Nach einem Wassereinbruch drohte ein Motorboot auf der Außenweser zu sinken. Fischer und die Seenotretter eilten zur Hilfe. So funktioniert Solidarität auf See.
Mayday: Fischer retten Familie aus Lebensgefahr auf der Außenweser

Mayday! Eine dreiköpfige Familie aus Niedersachsen ist am Dienstag auf der Außenweser in akute Lebensgefahr geraten. Gegen 11.30 Uhr funkte der Skipper eines rund zehn Meter langen Motorbootes über den internationalen Not- und Anrufkanal UKW 16 einen „Mayday“-Ruf.

Das Boot hatte etwa fünf Seemeilen nordöstlich der Vogelschutzinsel Mellum aus bislang ungeklärter Ursache einen Wassereinbruch erlitten. Die an Bord befindliche Lenzpumpe reichte nicht aus, um das eindringende Wasser zu stoppen – das Boot drohte zu sinken.

Fischer eilen zur Hilfe

Die Seenotleitung Bremen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) alarmierte sofort die Seenotrettungskreuzer HERMANN RUDOLF MEYER von der Station Bremerhaven sowie BERNHARD GRUBEN von der Station Hooksiel. Beide liefen umgehend aus und nahmen Kurs auf den Havaristen.

Parallel dazu forderte die Rettungsleitstelle vier in der Nähe befindliche Fischkutter zur Unterstützung auf. Die Crews der „Triton“, „Odin“ und „Magellan“ aus Greetsiel sowie der „Erika“ aus Norddeich hatten den Notruf teilweise bereits über Funk mitgehört und befanden sich schnell auf dem Weg zur Unglücksstelle.

Rund 30 Minuten nach dem Notruf erreichten erste Helfer das Motorboot. Mit zusätzlichen Lenzpumpen, die von den Fischkuttern übergeben wurden, konnte der Wassereinbruch unter Kontrolle gebracht und das Sinken des Bootes vorerst verhindert werden.

Solidarität auf See

Gegen 12.30 Uhr trafen die beiden Seenotrettungskreuzer ein. Die HERMANN RUDOLF MEYER ging längsseits an das beschädigte Motorboot. Vater, Mutter und ihre fünfjährige Tochter waren den Umständen entsprechend wohlauf. Das Boot wurde von den Seenotrettern längsseits in Schlepp genommen – ein Manöver, das bei weiterem Wassereinbruch schnelle Hilfe ermöglichen sollte. Doch die Lage stabilisierte sich. Gegen 16.45 Uhr trafen die Seenotretter und die gerettete Familie sicher in Bremerhaven ein.

Der Einsatz verlief bei südlichen Winden der Stärke 4 (bis 28 km/h) und einer Wellenhöhe von rund 0,75 Meter. Nach Einschätzung der DGzRS ist es dem schnellen und engagierten Eingreifen der Fischkutterbesatzungen zu verdanken, dass das Motorboot nicht sank und die Familie unverletzt gerettet werden konnte.

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