Aus einer alltäglichen Situation kann an der Küste innerhalb weniger Minuten Lebensgefahr werden. Ein Mann steigt an einem sonnigen Tag in ein Schlauchboot, lässt sich auf dem Wasser treiben – und bemerkt zu spät, dass der Wind ihn immer weiter vom Strand entfernt, raus auf die offene See.
Dieser Albtraum ist am Sonnabend (11. Juli), vor Folkestone an der englischen Kanalküste geschehen. Sein Glück: Mehrere Menschen beobachteten die Szene und wählten den Notruf.
Schlauchboot treibt raus auf die offene See
Um 17.30 Uhr alarmierte HM Coastguard das Rettungsboot „Duke of Kent“ der Seenotretter von Dover (Foto). Sieben ehrenamtliche Besatzungsmitglieder liefen mit dem großen Rettungsboot der Severn-Klasse aus. Der Mann war inzwischen vor Sandgate gesichtet worden – etwa 1,5 Seemeilen, rund 2,4 Kilometer, vom Ufer entfernt!

Als die Retter den Mann erreichten, war er nass, ausgekühlt und dehydriert. Wie es ihm psychisch ging, steht nicht im Einsatzbericht. Nach der Erstversorgung an Bord brachte ihn die Besatzung in den Schutz des Hafens von Folkestone. Mit dem kleinen Tochterboot der „Duke of Kent“ wurde er schließlich am Strand von Sunny Sands an die Besatzung eines Krankenwagens übergeben.
Aufmerksamkeit rettet Leben
Der Mann, Mitte 40, verdankt sein Leben der Aufmerksamkeit der Menschen am Strand. Denn der Vorfall ereignete sich in einem der stärksten befahrenen Seegebiete der Welt. Nach Angaben der britischen Maritime and Coastguard Agency passieren täglich mehr als 400 Handelsschiffe die Straße von Dover.
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Fähren, Frachter, Tanker und mehr als 300 Meter lange Containerschiffe sind unterwegs, mit bisweilen mehr als 20 Knoten. Große Schiffe benötigen mehrere Seemeilen, um abzubremsen oder ihren Kurs entscheidend zu verändern. Ein Mensch oder ein kleines Schlauchboot ist für Kapitän und Brückenbesatzung kaum oder gar nicht zu erkennen.
Warnung an Familien
Warum erzählen wir Euch die Geschichte? Sie ist eine Warnung! Auch an der deutschen Nord- und Ostseeküste kann ablandiger Wind Luftmatratzen, Schwimmtiere, SUP-Boards und kleine Schlauchboote innerhalb kurzer Zeit vom Strand wegtreiben.
Besonders gefährlich ist die Situation für Kinder. Aufblasbare Wasserspielzeuge und Luftmatratzen können leicht vom Wind erfasst werden, Luft verlieren oder umkippen. Wer versucht, gegen kräftigen Wind und Wellen zurückzupaddeln oder zu schwimmen, verliert schnell seine Kräfte. Die DLRG warnt ausdrücklich davor, bei ablandigem Wind dieses Spielzeug zu benutzen. Kinder dürfen auf Luftmatratzen oder Schwimmtieren niemals unbeaufsichtigt bleiben. Auch nicht im flachen Wasser...
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