04/06/26

Wilhelmshaven: Zoll findet Kokain im Wert einer halben Milliarde Euro

Ein Seecontainer aus Westafrika, deklariert als Kakaobohnen, bestimmt für Spanien. Was Zollbeamte im JadeWeserPort von Wilhelmshaven beim Röntgen entdeckten, war einer der größten Kokainfunde in der Geschichte der Bundesrepublik: mehr als acht Tonnen, Straßenwert eine halbe Milliarde Euro. Doch die Ermittler behielten die Nerven – und stellten den Hintermännern eine Falle...
Kokainfund in Wilhelmhaven. Foto: Zoll

Am 9. Februar 2026 kam im JadeWeserPort von Wilhelmshaven ein scheinbar ganz normaler Seecontainer an, wie Tausende andere auch. Inhalt laut Frachtpapieren: Kakaobohnen aus Westafrika, bestimmt für Spanien. Was die Beamten der Kontrolleinheit des Hauptzollamtes Oldenburg beim Röntgen entdeckten, machte sie stutzig. Da waren Unregelmäßigkeiten im Bild. 

Eine intensivere Kontrolle folgte. Die Ermittler stießen dabei auf mehr als 400 mit schwarzer Folie umwickelte Pakete, jedes gefüllt mit rund 20 hartgepressten Kokainblöcken. Insgesamt rund acht Tonnen. Straßenverkaufswert: etwa 500 Millionen Euro.

Fahnder halten Fund geheim

Aus ermittlungstaktischen Gründen blieb der Fund zunächst geheim. Jetzt ist er öffentlich – und er reiht sich ein in eine Serie spektakulärer Kokainsicherstellungen in deutschen Häfen. 2021 wurden in Hamburg mehr als 35 Tonnen Kokain beschlagnahmt, damals der größte Fund in der Geschichte der Bundesrepublik. 2023 stellten Zollfahnder in Bremerhaven mehrere Tonnen sicher, versteckt in Bananenlieferungen.

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Auch im Fall Wilhelmshaven hatten die Täter die Pakete mit GPS-Sendern ausgestattet, um den Standort der Fracht jederzeit verfolgen zu können. Die illegale Ladung wurde unter strengen Sicherheitsvorkehrungen noch in Deutschland vernichtet, bevor der Container seinen Weg nach Barcelona fortsetzte. „Wir nehmen so den Kriminellen die Möglichkeit, sich gewaltsam das beschlagnahmte Kokain zu einem späteren Zeitpunkt zurückzuholen", erklärte Oberstaatsanwalt Jan Wilken von der Staatsanwaltschaft Aurich.

Jagd auf die Hintermänner

Denn darum geht es bei solchen Operationen: nicht nur Drogen sicherzustellen, sondern die Hintermänner zu fassen. Das Zollfahndungsamt Hannover arbeitete in den folgenden Wochen eng mit dem spanischen Zoll, dem Servicio de Vigilancia Aduanera, zusammen.

Mitte Mai 2026 wurde den mutmaßlichen Drahtziehern eine Falle gestellt – eine fingierte Containerübergabe in der spanischen Provinz Almería. Am 14. Mai nahmen spanische Ermittler zwei Beschuldigte fest. Einer von ihnen ist Geschäftsführer eines Importunternehmens.

Großer Erfolg für die Zollfahnder. Und ein gutes Beispiel für internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen die Verbrecher.

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